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Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Urteil verkündet am 15.12.1987
Aktenzeichen: 239/86
Rechtsgebiete: VERORDNUNG NR. 729/70


Vorschriften:

VERORDNUNG NR. 729/70 ART. 2
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

1. IN EINER SITUATION, IN DER DIE KOMMISSION DEM RAT ZUR BEFRIEDIGUNG DRINGENDER BEDÜRFNISSE IN BEZUG AUF DIE ERHALTUNG DER FISCHBESTÄNDE VORSCHLAEGE UNTERBREITET HAT, DIE, OBGLEICH SIE VOM RAT NICHT ANGENOMMEN WORDEN SIND, DEN AUSGANGSPUNKT EINES ABGESTIMMTEN GEMEINSCHAFTLICHEN VORGEHENS DARSTELLEN, ERLEGT ARTIKEL 5 EWG-VERTRAG DEN MITGLIEDSTAATEN BESONDERE HANDLUNGS - UND UNTERLASSUNGSPFLICHTEN AUF.

2. WENN DER RAT ES UNTERLASSEN HAT, DIE ZUM SCHUTZ DER FISCHBESTÄNDE ERFORDERLICHEN ERHALTUNGSMASSNAHMEN ZU TREFFEN, KÖNNEN DERARTIGE, DRINGENDEN ERFORDERNISSEN ENTSPRECHENDE MASSNAHMEN IN EINEM VERFAHREN DER ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN DEN MITGLIEDSTAATEN UND DER KOMMISSION ZUSTANDE KOMMEN, DAMIT DIE GEMEINSCHAFT AUCH WEITERHIN IHREN VERANTWORTLICHKEITEN NACHKOMMEN KANN. MANGELS EINER SOLCHEN ZUSAMMENARBEIT KÖNNEN DIE EINSEITIG VON DER KOMMISSION VORGELEGTEN VORSCHLAEGE ÜBER DIE EINEM MITGLIEDSTAAT ZUZUTEILENDEN FANGQUOTEN NICHT ALS GEMEINSCHAFTSVORSCHRIFTEN IM SINNE DER ARTIKEL 2 UND 3 DER VERORDNUNG NR. 729/70 DES RATES ÜBER DIE FINANZIERUNG DER GEMEINSAMEN AGRARPOLITIK ANGESEHEN WERDEN, AUF DEREN NICHTBEACHTUNG DIE KOMMISSION IHRE WEIGERUNG HÄTTE STÜTZEN KÖNNEN, AUSGABEN, DIE DIESER MITGLIEDSTAAT FÜR DIE INTERVENTIONSMASSNAHMEN UND DIE GEWÄHRUNG VON AUSFUHRERSTATTUNGEN FÜR UNTER ÜBERSCHREITUNG DER GENANNTEN QUOTEN VORGENOMMENE FÄNGE GETÄTIGT HAT, ZU LASTEN DES EAGFL ZU FINANZIEREN.

3. RECHTSAKTE DER GEMEINSCHAFT MÜSSEN EINDEUTIG SEIN, UND IHRE ANWENDUNG MUSS FÜR DIE BETROFFENEN VORHERSEHBAR SEIN. DIESES GEBOT DER RECHTSSICHERHEIT GILT IN BESONDEREM MASSE, WENN ES SICH UM VORSCHRIFTEN HANDELT, DIE FINANZIELLE KONSEQUENZEN HABEN KÖNNEN, DENN DIE BETROFFENEN MÜSSEN IN DER LAGE SEIN, DEN UMFANG DER IHNEN DURCH DIESE VORSCHRIFTEN AUFERLEGTEN VERPFLICHTUNGEN GENAU ZU ERKENNEN.

IST EIN MITGLIEDSTAAT ZUM ZEITPUNKT DES ERGREIFENS VON INTERVENTIONSMASSNAHMEN UND DER GEWÄHRUNG VON AUSFUHRERSTATTUNGEN IM FISCHEREISEKTOR NICHT IN DER LAGE, ERST NACH ENDE DES HAUSHALTSJAHRES ERGANGENE RECHTSVORSCHRIFTEN, DURCH DIE RÜCKWIRKEND FANGQUOTEN FESTGESETZT WURDEN, ZU KENNEN ODER MIT GEWISSHEIT VORHERZUSEHEN, SO KANN DIE KOMMISSION SICH NICHT AUF DEREN NICHTBEACHTUNG STÜTZEN, UM DIE ÜBERNAHME DER BETREFFENDEN INTERVENTIONEN UND ERSTATTUNGEN ZU LASTEN DES EAGFL ABZULEHNEN.


URTEIL DES GERICHTSHOFES VOM 15. DEZEMBER 1987. - IRLAND GEGEN KOMMISSION DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN. - HOCHSEEFISCHEREI - FANGQUOTEN FUER 1982 - FINANZIERUNG DURCH DEN EAGFL. - RECHTSSACHE 239/86.

Entscheidungsgründe:

1 IRLAND HAT MIT KLAGESCHRIFT, DIE AM 9.*SEPTEMBER 1986 BEI DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST, GEMÄSS ARTIKEL 173 ABSATZ 1 EWG-VERTRAG KLAGE ERHOBEN AUF AUFHEBUNG DER ENTSCHEIDUNG 86/445 DER KOMMISSION VOM 1.*JULI 1986 ÜBER DEN VON IRLAND VORGELEGTEN RECHNUNGSABSCHLUSS FÜR DIE VOM EUROPÄISCHEN AUSRICHTUNGS - UND GARANTIEFONDS FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT ( IM FOLGENDEN : EAGFL ), ABTEILUNG GARANTIE, FÜR DAS HAUSHALTSJAHR 1982 FINANZIERTEN AUSGABEN ( ABL. L*256, S.*34 ), SOWEIT DANACH EIN BETRAG VON 143*041,05*IRL FÜR INTERVENTIONEN UND AUSFUHRERSTATTUNGEN IM FISCHEREISEKTOR NICHT ZUR GEMEINSCHAFTSFINANZIERUNG ZUGELASSEN WIRD.

2 IRLAND BERUFT SICH ZUR BEGRÜNDUNG IHRER KLAGE IN ERSTER LINIE AUF DIE UNZUSTÄNDIGKEIT DER KOMMISSION : DIE KOMMISSION HABE IM JAHRE 1982 NICHT WIRKSAM MASSNAHMEN ZUR ERHALTUNG DER MEERESSCHÄTZE ERLASSEN KÖNNEN, UND TROTZ DER VERORDNUNG NR. 172/83 DES RATES VOM 25. JANUAR 1983 ZUR FESTLEGUNG DER ZULÄSSIGEN GESAMTFANGMENGE UND DES FÜR DIE GEMEINSCHAFT VERFÜGBAREN ANTEILS, DER AUFTEILUNG DIESES ANTEILS AUF DIE MITGLIEDSTAATEN SOWIE DER FANGBEDINGUNGEN BEI DER AUSÜBUNG DER FISCHEREI HINSICHTLICH DER ZULÄSSIGEN GESAMTFANGMENGEN FÜR BESTIMMTE FISCHBESTÄNDE ODER BESTANDSGRUPPEN IN DER FISCHEREIZONE DER GEMEINSCHAFT FÜR 1982 ( ABL. L*24, S.*30 ) HABE ES WÄHREND DES GANZEN JAHRES 1982 KEINE RECHTSVERBINDLICHE VORSCHRIFT ZUR FESTSETZUNG DER FISCHEREIQUOTEN GEGEBEN. HILFSWEISE RÜGT IRLAND DIE VERLETZUNG DER GRUNDSÄTZE DER RECHTSSICHERHEIT UND DES VERTRAUENSSCHUTZES.

3 DIE KOMMISSION ENTGEGNET, DIE FISCHEREIQUOTEN SEIEN WIRKSAM FÜR 1982 FESTGESETZT WORDEN, DIE GRUNDSÄTZE DER RECHTSSICHERHEIT UND DES VERTRAUENSSCHUTZES SEIEN NICHT VERLETZT.

4 WEGEN WEITERER EINZELHEITEN DES SACHVERHALTS, DES VERFAHRENS UND DES PARTEIVORBRINGENS WIRD AUF DEN SITZUNGSBERICHT VERWIESEN. DER AKTENINHALT IST IM FOLGENDEN NUR INSOWEIT WIEDERGEGEBEN, ALS DIE BEGRÜNDUNG DES URTEILS DIES ERFORDERT.

5 ZUR BEURTEILUNG DES IN ERSTER LINIE GELTEND GEMACHTEN KLAGEGRUNDES IST ZU PRÜFEN, OB ES IM JAHRE 1982 GEMEINSCHAFTSVORSCHRIFTEN ZUR ERHALTUNG DER MEERESSCHÄTZE GAB, DIE DIE FÄNGE BESCHRÄNKTEN UND FÜR IRLAND VERBINDLICH WAREN.

6 DIE LAGE IM JAHRE 1982 IST DADURCH GEKENNZEICHNET, DASS DER RAT, DER GEMÄSS ARTIKEL 102 DER BEITRITTSAKTE VON 1972 SEIT DEM 1.*JANUAR 1979 AUSSCHLIESSLICH DAFÜR ZUSTÄNDIG WAR, AUF VORSCHLAG DER KOMMISSION IM RAHMEN DER GEMEINSAMEN FISCHEREIPOLITIK MASSNAHMEN ZUR ERHALTUNG DER MEERESSCHÄTZE ZU TREFFEN, WÄHREND DES JAHRES 1982 SOLCHE MASSNAHMEN NICHT ERGRIFFEN HAT. DER RAT SETZTE ERST DURCH DIE VERORDNUNG NR. 172/83 RÜCKWIRKEND FÜR DAS JAHR 1982 DIE ZULÄSSIGE GESAMTFANGMENGE ( TAC ) UND DIE NATIONALEN QUOTEN FEST.

7 VOM 1.*JANUAR 1982 BIS ZUM 30. JUNI 1982 WURDE DIE FISCHEREITÄTIGKEIT IN DEN GEMEINSCHAFTSGEWÄSSERN DURCH VORLÄUFIGE BESCHLÜSSE DES RATES GEREGELT, NÄMLICH DIE BESCHLÜSSE 81/1052 VOM 29. DEZEMBER 1981 ( ABL. L*379, S.*52 ), 82/209 VOM 31. MÄRZ 1982 ( ABL. L*99, S.*34 ), 82/271 VOM 29. APRIL 1982 ( ABL. L*120, S.*29 ) UND 82/346 VOM 31. MAI 1982 ( ABL. L*152, S.*12 ), WONACH DIE MITGLIEDSTAATEN BEI IHRER FISCHEREITÄTIGKEIT DEN VON DER KOMMISSION AM 24. JULI 1981 VORGESCHLAGENEN TAC RECHNUNG TRAGEN SOLLTEN.

8 AM 18. UND 21. JUNI 1982 UNTERBREITETE DIE KOMMISSION DEM RAT TAC - UND QUOTENVORSCHLAEGE FÜR 1982 ( ABL. C*228, S.*14, UND C*233, S.*4 ), ÜBER DIE DER RAT SICH NICHT EINIGEN KONNTE. AM 29. JUNI 1982 ERLIESS DER RAT GLEICHWOHL DEN BESCHLUSS 82/440 VOM 29. JUNI 1982 ( ABL. L*190, S.*9 ), DER VORSAH, DASS DIE MITGLIEDSTAATEN VOM 1.*BIS 23. JULI 1982 DIE VON DER KOMMISSION AM 24. JULI 1981 VORGESCHLAGENEN TAC BEACHTEN SOLLTEN.

9 DIE KOMMISSION GAB AUF DER RATSTAGUNG VOM 21. JULI 1982 EINE ERKLÄRUNG IM RAT ( ABL. C*199, S.*21 ) AB, IN DER SIE FESTSTELLTE, DASS ES DEM RAT NICHT GELUNGEN SEI, ZU EINER ENTSCHEIDUNG ÜBER DIE FESTSETZUNG DER TAC UND DER QUOTEN ZU GELANGEN. DAMIT DIE GEMEINSCHAFT IN DER ZEIT VOM 21. JULI BIS ZUM 30. SEPTEMBER 1982 IHRER VERANTWORTUNG AUF DEM GEBIET DER BESTANDSERHALTUNG NACHKOMMEN KÖNNE, ERINNERTE DIE KOMMISSION DARAN, DASS DIE MITGLIEDSTAATEN NICHT NUR DAS RECHT ZUR VERABSCHIEDUNG DER ERFORDERLICHEN MASSNAHMEN - VORBEHALTLICH DEREN GENEHMIGUNG DURCH DIE KOMMISSION *-, SONDERN AUCH DIE PFLICHT HÄTTEN, DERARTIGE MASSNAHMEN IM GESAMTINTERESSE ZU TREFFEN, UND DASS DIE KOMMISSION SIE ERSUCHEN KÖNNE, DIESE PFLICHT ZU ÜBERNEHMEN. FERNER ERKLÄRTE DIE KOMMISSION, UM EINE MÖGLICHST GEORDNETE UND STABILE TÄTIGKEIT DER GESAMTEN FISCHEREIFLOTTE DER MITGLIEDSTAATEN ZU GEWÄHRLEISTEN, WERDE SIE SICH BEI DER WAHRNEHMUNG IHRER AUFGABEN INSBESONDERE IN DEN FÄLLEN, IN DENEN SIE EINZELSTAATLICHE BESTANDSERHALTUNGSMASSNAHMEN ZU GENEHMIGEN HABE, VON DEN VORSCHLAEGEN LEITEN LASSEN, DIE SIE DEM RAT UNTERBREITET HABE.

10 IN DER FOLGEZEIT ERLIESS DER RAT FÜR 1982 WEITERE VORLÄUFIGE MASSNAHMEN, NÄMLICH DIE BESCHLÜSSE 82/498 VOM 21. JULI 1982 ( ABL. L*216, S.*40 ), 82/650 VOM 20. SEPTEMBER 1982 ( ABL. L*274, S.*33 ), 82/739 VOM 26. OKTOBER 1982 ( ABL. L*312, S.*17 ) UND 82/807 VOM 29. NOVEMBER 1982 ( ABL. L*339, S.*57 ). MIT DIESEN BESCHLOSS DER RAT IN ANBETRACHT DER AUSSCHLIESSLICHEN ZUSTÄNDIGKEIT DER GEMEINSCHAFT SOWIE DER VOM GERICHTSHOF DEFINIERTEN VERPFLICHTUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN WIE FOLGT : VOM 24. JULI 1982 BIS ZUM 31. DEZEMBER 1982 "RICHTEN SICH DIE MITGLIEDSTAATEN BEI IHRER FISCHEREITÄTIGKEIT NACH DEN GEWOHNTEN JAHRESZEITLICHEN PERIODEN; DABEI LEGEN SIE DIE VON DER KOMMISSION AM 21. JUNI 1982 VORGESCHLAGENEN TAC IN DEM (( SPÄTER )) GEÄNDERTEN UMFANG *... ZUGRUNDE ".

11 AUF DER RATSTAGUNG VOM 21. DEZEMBER 1982 GAB DIE KOMMISSION EINE WEITERE ERKLÄRUNG AB, IN DER SIE DIE MITGLIEDSTAATEN INSBESONDERE ERSUCHTE, IHR SO BALD WIE MÖGLICH MITZUTEILEN, WELCHE NATIONALEN ERHALTUNGSMASSNAHMEN SIE ZU ERGREIFEN BEABSICHTIGTEN. DIE KOMMISSION ERKLÄRTE WEITER, SIE SEI ENTSCHLOSSEN, ALLE IN IHRER MACHT STEHENDEN MITTEL ZU BENUTZEN, UM SICHERZUSTELLEN, DASS DIE MITGLIEDSTAATEN IHRE VERPFLICHTUNGEN ERFÜLLTEN.

12 AM 25. JANUAR 1983 ERLIESS DER RAT IN ERGÄNZUNG DER VERORDNUNG NR. 101/76 VOM 19. JANUAR 1976 ÜBER DIE EINFÜHRUNG EINER GEMEINSAMEN STRUKTURPOLITIK FÜR DIE FISCHWIRTSCHAFT ( ABL. L*20, S.*19 ) DIE VERORDNUNG NR. 170/83 ZUR EINFÜHRUNG EINER GEMEINSCHAFTLICHEN REGELUNG FÜR DIE ERHALTUNG UND BEWIRTSCHAFTUNG DER FISCHEREIRESSOURCEN ( ABL. L*24, S.*1 ). AUFGRUND DES ARTIKELS*11 DIESER VERORDNUNG ERLIESS DER RAT AM SELBEN TAG DIE VERORDNUNG NR. 172/83.

13 ZUR PRÜFUNG DER SITUATION IM JAHRE 1982 IST DARAUF HINZUWEISEN, DASS DER GERICHTSHOF IN SEINEM URTEIL VOM 5.*MAI 1981 IN DER RECHTSSACHE 804/79 ( KOMMISSION/VEREINIGTES KÖNIGREICH, SLG. 1981, 1045 ) ENTSCHIEDEN HAT, DASS DIE MITGLIEDSTAATEN IN EINER LAGE, DIE DURCH DIE UNTÄTIGKEIT DES RATES GEKENNZEICHNET SEI, GEMÄSS ARTIKEL 5 EWG-VERTRAG VERPFLICHTET SEIEN, DER GEMEINSCHAFT DIE ERFÜLLUNG IHRER AUFGABE ZU ERLEICHTERN UND ALLE MASSNAHMEN ZU UNTERLASSEN, DIE DIE VERWIRKLICHUNG DER ZIELE DES VERTRAGES GEFÄHRDEN KÖNNTEN. IN EINER SITUATION, IN DER DIE KOMMISSION DEM RAT ZUR BEFRIEDIGUNG DRINGENDER ERHALTUNGSBEDÜRFNISSE VORSCHLAEGE UNTERBREITET HABE, DIE, OBGLEICH SIE VOM RAT NICHT ANGENOMMEN WORDEN SEIEN, DEN AUSGANGSPUNKT EINES ABGESTIMMTEN GEMEINSCHAFTLICHEN VORGEHENS DARSTELLTEN, ERLEGE DIESE BESTIMMUNG DEN MITGLIEDSTAATEN BESONDERE HANDLUNGS - UND UNTERLASSUNGSPFLICHTEN AUF. DER GERICHTSHOF HAT FERNER AUSGEFÜHRT, DA ES SICH UM EIN DER ZUSTÄNDIGKEIT DER GEMEINSCHAFT VORBEHALTENES GEBIET HANDELE, AUF DEM DIE MITGLIEDSTAATEN FORTAN NUR NOCH ALS SACHWALTER DES GEMEINSAMEN INTERESSES TÄTIG WERDEN KÖNNTEN, KÖNNE EIN MITGLIEDSTAAT MANGELS EINES GEEIGNETEN VORGEHENS DES RATES VORLÄUFIGE ERHALTUNGSMASSNAHMEN, DIE MÖGLICHERWEISE DURCH DIE UMSTÄNDE GEBOTEN SEIEN, NUR IM RAHMEN EINER ZUSAMMENARBEIT MIT DER KOMMISSION TREFFEN; DIE MITGLIEDSTAATEN HÄTTEN DIE PFLICHT, KEINE EINZELSTAATLICHEN ERHALTUNGSMASSNAHMEN ENTGEGEN EINWÄNDEN, VORBEHALTEN ODER BEDINGUNGEN, DIE VON DER KOMMISSION FORMULIERT WERDEN KÖNNTEN, ZU ERLASSEN.

14 DER GERICHTSHOF HAT SOMIT ANERKANNT, DASS DANN, WENN DER RAT ES UNTERLASSEN HAT, DIE ZUM SCHUTZ DER FISCHBESTÄNDE ERFORDERLICHEN ERHALTUNGSMASSNAHMEN ZU TREFFEN, DERARTIGE, DRINGENDEN ERFORDERNISSEN ENTSPRECHENDE MASSNAHMEN IN EINEM VERFAHREN DER ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN DEN MITGLIEDSTAATEN UND DER KOMMISSION ZUSTANDE KOMMEN KÖNNEN, DAMIT DIE GEMEINSCHAFT AUCH WEITERHIN IHREN VERANTWORTLICHKEITEN NACHKOMMEN KANN.

15 ZU EINEM SOLCHEN VERFAHREN IST ES ZWISCHEN IRLAND UND DER KOMMISSION IM JAHRE 1982 NICHT GEKOMMEN, DENN IRLAND HAT DIE AUFFORDERUNG DER KOMMISSION, DIE NOTWENDIGEN MASSNAHMEN ZU TREFFEN, UM IHREN VORSCHLAEGEN NACHZUKOMMEN, UNBEANTWORTET GELASSEN. OHNE DASS ZU DEN RECHTSWIRKUNGEN DIESER MANGELNDEN ZUSAMMENARBEIT SEITENS EINES MITGLIEDSTAATS STELLUNG GENOMMEN ZU WERDEN BRAUCHT, IST UNTER DIESEN UMSTÄNDEN FESTZUSTELLEN, DASS DIE EINSEITIG VON DER KOMMISSION VORGELEGTEN VORSCHLAEGE ÜBER DIE IRLAND ZUZUTEILENDEN FANGQUOTEN, WIE DER GERICHTSHOF IN SEINEM URTEIL IN DER RECHTSSACHE 325/85 ( IRLAND/KOMMISSION, SLG. 1987, 0000 ) VOM HEUTIGEN TAGE FESTGESTELLT HAT, NICHT ALS GEMEINSCHAFTSVORSCHRIFTEN IM SINNE DER ARTIKEL 2 UND 3 DER VERORDNUNG NR. 729/70 ANGESEHEN WERDEN KÖNNEN, AUF DEREN NICHTBEACHTUNG DIE KOMMISSION IHRE WEIGERUNG STÜTZEN KONNTE, DIE FRAGLICHEN INTERVENTIONEN UND ERSTATTUNGEN ZU LASTEN DES EAGFL ANZUERKENNEN.

16 ES IST NOCH ZU PRÜFEN, OB DIE ANGEFOCHTENE ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION IN DER VERORDNUNG NR. 172/83, DIE AM 27. JANUAR 1983 IN KRAFT GETRETEN IST UND RÜCKWIRKEND DIE FISCHEREIQUOTEN FÜR 1982 FESTSETZT, EINE GRUNDLAGE FINDEN KANN.

17 WIE DER GERICHTSHOF SCHON WIEDERHOLT BETONT HAT, MÜSSEN RECHTSAKTE DER GEMEINSCHAFT EINDEUTIG SEIN, UND IHRE ANWENDUNG MUSS FÜR DIE BETROFFENEN VORHERSEHBAR SEIN. DIESES GEBOT DER RECHTSSICHERHEIT GILT IN BESONDEREM MASSE, WENN ES SICH UM VORSCHRIFTEN HANDELT, DIE FINANZIELLE KONSEQUENZEN HABEN KÖNNEN, DENN DIE BETROFFENEN MÜSSEN IN DER LAGE SEIN, DEN UMFANG DER IHNEN DURCH DIESE VORSCHRIFTEN AUFERLEGTEN VERPFLICHTUNGEN GENAU ZU ERKENNEN.

18 IM VORLIEGENDEN FALL KONNTE IRLAND, ALS ES DIE FRAGLICHEN ERSTATTUNGEN GEWÄHRTE, DIE ERST NACH ENDE DES RECHNUNGSJAHRES ERLASSENEN VORSCHRIFTEN WEDER KENNEN NOCH MIT SICHERHEIT VORHERSEHEN. UNTER DIESEN UMSTÄNDEN KANN DIE KOMMISSION IHRE WEIGERUNG, DIE DEN GEGENSTAND DER KLAGE BILDENDEN INTERVENTIONEN UND ERSTATTUNGEN ZU LASTEN DES EAGFL ZU ÜBERNEHMEN, NICHT AUF DIE NICHTBEACHTUNG DER 1983 DURCH DIE VERORDNUNG NR. 172/83 RÜCKWIRKEND FESTGESETZTEN QUOTEN STÜTZEN.

19 DESHALB IST DIE ENTSCHEIDUNG 86/445 DER KOMMISSION VOM 1.*JULI 1986 IM BEANTRAGTEN UMFANG AUFZUHEBEN, OHNE DASS DAS ÜBRIGE VORBRINGEN DER KLAEGERIN ZU PRÜFEN IST.

Kostenentscheidung:

KOSTEN

20 NACH ARTIKEL 69 PAR *2 DER VERFAHRENSORDNUNG TRAEGT DIE UNTERLIEGENDE PARTEI DIE KOSTEN. DA DIE KOMMISSION MIT IHREM VORBRINGEN UNTERLEGEN IST, SIND IHR DIE KOSTEN AUFZUERLEGEN.

Tenor:

AUS DIESEN GRÜNDEN

HAT

DER GERICHTSHOF

FÜR RECHT ERKANNT UND ENTSCHIEDEN :

1 ) DIE ENTSCHEIDUNG 86/445 DER KOMMISSION VOM 1.*JULI 1986 ÜBER DEN VON IRLAND VORGELEGTEN RECHNUNGSABSCHLUSS FÜR DIE VOM EUROPÄISCHEN AUSRICHTUNGS - UND GARANTIEFONDS FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT ( EAGFL ), ABTEILUNG GARANTIE, FÜR DAS HAUSHALTSJAHR 1982 FINANZIERTEN AUSGABEN WIRD INSOWEIT AUFGEHOBEN, ALS DANACH EIN BETRAG VON 143*041,05*IRL FÜR INTERVENTIONEN UND AUSFUHRERSTATTUNGEN IM FISCHEREISEKTOR NICHT ZUR GEMEINSCHAFTSFINANZIERUNG ZUGELASSEN WIRD.

2 ) DIE KOMMISSION TRAEGT DIE KOSTEN DES VERFAHRENS.

Ende der Entscheidung

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