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Judicialis Rechtsprechung

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Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Urteil verkündet am 21.01.1987
Aktenzeichen: 268/84
Rechtsgebiete:


Vorschriften:

Diese Entscheidung enthält keinen zur Veröffentlichung bestimmten Leitsatz.
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

URTEIL DES GERICHTSHOFES (ZWEITE KAMMER) VOM 21. JANUAR 1987. - FERRIERA VALSABBIA S. P. A. GEGEN KOMMISSION DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN. - GEMEINSAMER MARKT FUER STAHL - GELDBUSSE WEGEN UEBERSCHREITUNG DER PRODUKTIONSQUOTEN. - RECHTSSACHE 268/84.

Entscheidungsgründe:

1 DIE KLAEGERIN HAT MIT KLAGESCHRIFT, DIE AM 12. NOVEMBER 1984 BEI DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST, GEMÄSS ARTIKEL 36 ABSATZ 2 EGKS-VERTRAG KLAGE ERHOBEN AUF AUFHEBUNG DER ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION VOM 27. SEPTEMBER 1984, MIT DER DIESE GEGEN SIE EINE GELDBUSSE IN HÖHE VON 70*875 ECU FESTGESETZT HAT, WEIL SIE IM ZWEITEN QUARTAL 1982 DEN TEIL IHRER STAHLERZEUGUNGSQUOTE FÜR DIE ERZEUGNISSE DER GRUPPE*V ( BETONSTAHL ) ÜBERSCHRITTEN HABEN SOLL, DER INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES GELIEFERT WERDEN DURFTE.

2 DIESE ENTSCHEIDUNG ERGING AUFGRUND DER ALLGEMEINEN ENTSCHEIDUNG NR. 1831/81/EGKS DER KOMMISSION VOM 24. JUNI 1981 ( ABL. L*180, S.*1 ) IN DER DURCH DIE ENTSCHEIDUNG NR. 1832/81/EGKS VOM 3.*JULI 1981 ( ABL. L*184, S.*1 ) UND ZULETZT DURCH DIE ENTSCHEIDUNG NR. 533/82/EGKS VOM 3.*MÄRZ 1982 ( ABL. L*65, S.*6 ) GEÄNDERTEN FASSUNG, DURCH DIE DAS QUOTENSYSTEM VERLÄNGERT UND AB DEM 1.*JULI 1981 AUF ANDERE STAHLERZEUGNISSE, DARUNTER AUF DIE DER GRUPPE*V, AUSGEDEHNT WURDE.

3 AUS DER ANGEFOCHTENEN ENTSCHEIDUNG ERGIBT SICH, DASS DIE KOMMISSION DER KLAEGERIN VORWIRFT, DEN TEIL DER QUOTEN FÜR DIE ERZEUGNISSE DER GRUPPE*V, DER INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES GELIEFERT WERDEN DURFTE, IM ERSTEN QUARTAL 1982 UM 979*T UND IM ZWEITEN QUARTAL 1982 UM 1*239*T, INSGESAMT ALSO UM 2*218*T ÜBERSCHRITTEN ZU HABEN. IN DER ANGEFOCHTENEN ENTSCHEIDUNG WEIST DIE KOMMISSION DARAUF HIN, DASS DAS UNTERNEHMEN AM 30. JUNI 1981 1*273*T ERZEUGNISSE DER GRUPPE*V AUF LAGER GEHABT HABE; ZIEHE MAN DIESE VON DEN ÜBERSCHÜSSIGEN 2*218*T AB, BLEIBE EINE ÜBERSCHREITUNG VON 945*T.

4 DIE KLAEGERIN TRAEGT DAGEGEN VOR, SIE HABE ZU DEM GENANNTEN ZEITPUNKT ÜBER DIE IN DER ENTSCHEIDUNG BERÜCKSICHTIGTEN 1*273*T HINAUS 4*749*T AUF LAGER GEHABT, DIE ERST NACH DEM 30. JUNI 1981 AN EINEN ABNEHMER AUSSERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES, DIE SCHWEIZER FIRMA PHILIPP BROTHERS, ZUG, GELIEFERT WORDEN SEIEN.

5 WEGEN DES DEM RECHTSSTREIT ZUGRUNDE LIEGENDEN SACHVERHALTS UND DES PARTEIVORBRINGENS WIRD AUF DEN SITZUNGSBERICHT VERWIESEN. DER AKTENINHALT WIRD IM FOLGENDEN NUR INSOWEIT WIEDERGEGEBEN, ALS DIE BEGRÜNDUNG DES URTEILS DIES ERFORDERT.

6 ZUNÄCHST IST FESTZUSTELLEN, DASS DIE KLAEGERIN FORMELL NUR ZWEI KLAGEGRÜNDE ANFÜHRT : VERLETZUNG EINER WESENTLICHEN FORMVORSCHRIFT UND HILFSWEISE VERSTOSS GEGEN DEN GRUNDSATZ DER VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT UND DER BILLIGKEIT BEI DER BEMESSUNG DER GELDBUSSE. MIT BESTIMMTEN TATSACHEN - UND RECHTSAUSFÜHRUNGEN IM RAHMEN DES ERSTEN KLAGEGRUNDES MACHT DIE KLAEGERIN IN WIRKLICHKEIT JEDOCH GELTEND, DASS DIE KOMMISSION BEI DER BERECHNUNG DER BESTÄNDE ZUM ZEITPUNKT DES INKRAFTTRETENS DER QUOTENREGELUNG VON IHRER ALLGEMEINEN PRAXIS ABGEWICHEN SEI.

7 WEITERHIN IST VORAB DARAUF HINZUWEISEN, DASS SICH AUS DEN ERKLÄRUNGEN IN DER MÜNDLICHEN VERHANDLUNG SOWIE AUS DEN DEM GERICHTSHOF VORGELEGTEN UNTERLAGEN ERGIBT, DASS DIE MIT DER ERFASSUNG DER BESTÄNDE ZUM ZEITPUNKT DES INKRAFTTRETENS DER ALLGEMEINEN ENTSCHEIDUNG BEAUFTRAGTEN PRÜFER DIE BESTÄNDE AUFGRUND DER ENDGÜLTIGEN RECHNUNGEN ERMITTELT HABEN. INFOLGEDESSEN HAT DIE KLAEGERIN IHRE BEHAUPTUNG FALLENGELASSEN, DASS DIE KOMMISSION EINEN RECHENFEHLER BEGANGEN HABE, INDEM SIE BESTIMMTE LIEFERUNGEN AN DIE FIRMA PHILIPP BROTHERS ZWEIMAL IN ANSATZ GEBRACHT HABE : DAS ERSTE MAL AUFGRUND VON PRO-FORMA-RECHNUNGEN, DIE IM ERSTEN QUARTAL 1981 NUR MIT DEM ZIEL AUSGESTELLT WORDEN SEIEN, EINEN BANKKREDIT ZU ERHALTEN, UND DAS ZWEITE MAL AUFGRUND VON LIEFERSCHEINEN ÜBER DIE IM ZWEITEN HALBJAHR 1981 ERFOLGTEN LIEFERUNGEN.

8 GEGENSTAND DER VORLIEGENDEN RECHTSSACHE IST SOMIT LEDIGLICH DIE BERECHNUNG DER BESTÄNDE AN ERZEUGNISSEN DER GRUPPE*V IM ZEITPUNKT DES INKRAFTTRETENS DER ENTSCHEIDUNG NR. 1831/81; DABEI GEHT ES IM EINZELNEN DARUM, OB DIE IM ZWEITEN HALBJAHR 1981 AN DIE FIRMA PHILIPP BROTHERS GELIEFERTEN 4*749*T BEI DER BERECHNUNG DER BESTÄNDE HÄTTEN BERÜCKSICHTIGT WERDEN MÜSSEN.

9 DIE KLAEGERIN BEJAHT DIESE FRAGE, DA DIE FRAGLICHEN MENGEN TATSÄCHLICH ERST IM ZWEITEN HALBJAHR 1981 GELIEFERT WORDEN SEIEN. DIES ERGEBE SICH GANZ OFFENKUNDIG AUS DEN DEM GERICHTSHOF VORGELEGTEN UNTERLAGEN UND SEI VON DER KOMMISSION NICHT BESTRITTEN WORDEN.

10 DIE KOMMISSION RECHTFERTIGT DIE NICHTBERÜCKSICHTIGUNG DIESER MENGEN BEI DER BERECHNUNG DER BESTÄNDE MIT FOLGENDEN DREI ERWAEGUNGEN :

- SIE HABE DIE BESTÄNDE IN DER VERGANGENHEIT WEGEN DER UNZUREICHENDEN BUCHFÜHRUNG DER KLAEGERIN GERADE AUF DEREN BITTE IM ALLGEMEINEN AUFGRUND DER RECHNUNGEN UND NICHT AUFGRUND DER LIEFERSCHEINE ERMITTELT.

- DIE NACH DEM 30. JUNI 1981 AN DIE FIRMA PHILIPP BROTHERS GELIEFERTEN WAREN HÄTTEN NICHT MEHR ZU DEN BESTÄNDEN GEHÖRT, DIE IM ZEITPUNKT DES INKRAFTTRETENS DER ENTSCHEIDUNG NR. 1831/81 VORHANDEN GEWESEN SEIEN, SONDERN SIE SEIEN AUSGESONDERT GEWESEN UND HÄTTEN DEM EMPFÄNGER BEREITS ZUR VERFÜGUNG GESTANDEN.

- DIESE LIEFERUNGEN SEIEN FÜR EIN DRITTLAND BESTIMMT GEWESEN. SIE HÄTTEN SOMIT KEINE BEDEUTUNG FÜR DIE ÜBERSCHREITUNG DES TEILS DER ERZEUGUNGSQUOTEN GEHABT, DER INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES HABE GELIEFERT WERDEN DÜRFEN.

11 ZUM ERSTEN ARGUMENT DER KOMMISSION IST FESTZUSTELLEN, DASS SIE DIE NACH INKRAFTTRETEN DER ENTSCHEIDUNG NR. 1831/81 ERFOLGTEN LIEFERUNGEN NICHT ALLEIN DESHALB AUSSER ACHT LASSEN DURFTE, WEIL DIE RECHNUNGEN DER KLAEGERIN VOR DEM GENANNTEN ZEITPUNKT AUSGESTELLT WORDEN WAREN; DIES GILT UM SO MEHR, ALS DIE KOMMISSION SEINERZEIT NICHT NUR ÜBER DIE ENDGÜLTIGEN RECHNUNGEN VERFÜGTE, SONDERN AUCH ÜBER DIE LIEFERSCHEINE, AUS DENEN SICH ERGAB, DASS DIE LIEFERUNGEN AN DIE FIRMA PHILIPP BROTHERS TATSÄCHLICH IM ZWEITEN HALBJAHR 1981 STATTGEFUNDEN HATTEN.

12 ZUM ZWEITEN ARGUMENT IST FESTZUSTELLEN, DASS DIE KLAEGERIN GEGENÜBER DER FIRMA PHILIPP BROTHERS VERTRAGLICH VERPFLICHTET WAR, DIE FÜR SIE BESTIMMTEN LIEFERUNGEN AUS DEN ALLGEMEINEN BESTÄNDEN AUSZUSONDERN UND ZU IHRER VERFÜGUNG ZU HALTEN. IN DER MÜNDLICHEN VERHANDLUNG HAT DIE KOMMISSION JEDOCH EINGERÄUMT, DASS ES SICH UM DER GATTUNG NACH BESTIMMTE, VERTRETBARE SACHEN GEHANDELT HABE. DARÜBER HINAUS HAT SIE ZUGEGEBEN, DASS KEINE KONKRETEN FESTSTELLUNGEN BEZUEGLICH EINER ZUGUNSTEN DER PHILIPP BROTHERS VORGENOMMENEN AUSSONDERUNG DIESER GEGENSTÄNDE AUS DEN BESTÄNDEN GETROFFEN WORDEN SEIEN, UND SIE HAT NICHT BESTRITTEN, DASS DIESE GEGENSTÄNDE IM LAGER DER KLAEGERIN NOCH NICHT INDIVIDUALISIERT GEWESEN SEIEN.

13 INFOLGEDESSEN SCHLIESST DER BLOSSE KAUFVERTRAG MIT DER FIRMA PHILIPP BROTHERS OHNE AUSSONDERUNG DER ZU LIEFERNDEN WAREN NICHT AUS, DASS SICH DIE ENTSPRECHENDEN MENGEN ENTGEGEN DEN VERTRAGLICHEN VERPFLICHTUNGEN DER KLAEGERIN NOCH BEI DEN LAGERBESTÄNDEN BEFANDEN UND DIE LIEFERUNGEN AN DIE FIRMA PHILIPP BROTHERS IM ZWEITEN HALBJAHR 1981 NICHT AUS DIESEN BESTÄNDEN STAMMTEN , SONDERN AUS DER LAUFENDEN PRODUKTION DES ZWEITEN HALBJAHRES. DAHER IST DIESES VORBRINGEN DER KOMMISSION ZURÜCKZUWEISEN.

14 ZU DEM ARGUMENT SCHLIESSLICH, DIE BETREFFENDEN LIEFERUNGEN SEIEN FÜR EIN DRITTLAND BESTIMMT GEWESEN, IST ZUNÄCHST FESTZUSTELLEN, DASS DIE ENTSCHEIDUNG NR. 1831/81 NICHT REGELT, OB DIE IM ZEITPUNKT IHRES INKRAFTTRETENS VORHANDENEN BESTÄNDE DEM TEIL DER ERZEUGUNGSQUOTEN ZUZURECHNEN SIND, DER INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES GELIEFERT WERDEN DARF. WIE DIE KOMMISSION IN DER MÜNDLICHEN VERHANDLUNG ERLÄUTERT HAT, GEHT JEDOCH IHRE ALLGEMEINE PRAXIS DAHIN, BEI DER DURCHFÜHRUNG DER QUOTENREGELUNG DEM UNTERNEHMEN EINEN SPIELRAUM IN DEM SINNE ZUZUGESTEHEN, DASS ES ÜBER DIE LIEFERQUOTE HINAUS DIE IM ZEITPUNKT DES INKRAFTTRETENS DER REGELUNG VORHANDENEN BESTÄNDE ENTWEDER IN DRITTLÄNDER ODER INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES LIEFERN KANN.

15 INFOLGEDESSEN MUSS DIE KOMMISSION DIESE ALLGEMEINE PRAXIS ZUR VERMEIDUNG JEGLICHER UNGLEICHBEHANDLUNG IN JEDEM EINZELNEN FALL BEFOLGEN, ES SEI DENN, DASS EINE UNTERSCHIEDLICHE BEHANDLUNG AUS OBJEKTIVEN GRÜNDEN GERECHTFERTIGT IST.

16 DARAUS ERGIBT SICH WEITERHIN, DASS DIE KLAEGERIN BERECHTIGT WAR, ÜBER DEN TEIL DER PRODUKTIONSQUOTEN HINAUS, DER INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES GELIEFERT WERDEN DURFTE, IHRE IM ZEITPUNKT DES INKRAFTTRETENS DER ENTSCHEIDUNG NR. 1831/81 VORHANDENEN LAGERBESTÄNDE INNERHALB DES GEMEINSAMEN MARKTES ZU LIEFERN; SIE WAR NICHT DARAN GEHINDERT, DIE IM ZWEITEN HALBJAHR 1981 AN DIE FIRMA PHILIPP BROTHERS GELIEFERTEN MENGEN DER LAUFENDEN PRODUKTION DIESES HALBJAHRES ZU ENTNEHMEN.

17 DIE ANGEFOCHTENE ENTSCHEIDUNG IST DAHER AUFZUHEBEN, OHNE DASS NOCH AUF DIE ANDEREN KLAGEGRÜNDE EINZUGEHEN WÄRE.

Kostenentscheidung:

KOSTEN

18 NACH ARTIKEL 69 PAR *2 DER VERFAHRENSORDNUNG IST DIE UNTERLIEGENDE PARTEI ZUR TRAGUNG DER KOSTEN ZU VERURTEILEN. DA DIE KOMMISSION UNTERLEGEN IST, SIND IHR DIE KOSTEN AUFZUERLEGEN.

Tenor:

AUS DIESEN GRÜNDEN

HAT

DER GERICHTSHOF ( ZWEITE KAMMER )

FÜR RECHT ERKANNT UND ENTSCHIEDEN :

1 ) DIE ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION VOM 27. SEPTEMBER 1984 ÜBER DIE FESTSETZUNG EINER GELDBUSSE GEGEN DIE FIRMA VALSABBIA GEMÄSS ARTIKEL 58 EGKS-VERTRAG WIRD AUFGEHOBEN.

2 ) DIE KOMMISSION TRAEGT DIE KOSTEN DES VERFAHRENS.

Ende der Entscheidung

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