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Judicialis Rechtsprechung

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Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Urteil verkündet am 10.11.1981
Aktenzeichen: 28/81
Rechtsgebiete: RICHTLINIE 74/561


Vorschriften:

RICHTLINIE 74/561
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

1. EIN MITGLIEDSTAAT KANN SICH NICHT AUF BESTIMMUNGEN , ÜBUNGEN ODER UMSTÄNDE SEINER INTERNEN RECHTSORDNUNG BERUFEN , UM DIE NICHTBEACHTUNG DER VERPFLICHTUNGEN AUS DEN GEMEINSCHAFTSRICHTLINIEN ZU RECHTFERTIGEN.

2. DIE AUFGABEN DES GERICHTSHOFES IM RAHMEN DES ARTIKELS 169 EWG-VERTRAG UMFASSEN VORBEHALTLICH DER KON TROLLE DER RECHTMÄSSIGKEIT DER MIT GRÜNDEN VERSEHENEN STELLUNGNAHME NICHT DIE BEFUGNIS , DIE VON DER KOMMISSION NACH DIESEM ARTIKEL IN DER GENANNTEN STELLUNGNAHME FESTGESETZTE FRIST DURCH EINE ANDERE FRIST ZU ERSETZEN. ES IST - UNTER DEM GLEICHEN VORBEHALT - SACHE DER KOMMISSION ZU BEURTEILEN , OB EINEM DAHIN GEHENDEN ANTRAG EINES MITGLIEDSTAATS STATTGEGEBEN WERDEN SOLL.


URTEIL DES GERICHTSHOFES VOM 10. NOVEMBER 1981. - KOMMISSION DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN GEGEN ITALIENISCHE REPUBLIK. - VERTRAGSVERSTOSS EINES STAATES - ZUGANG ZUM BERUF DES GUETERKRAFTVERKEHRSUNTERNEHMERS. - RECHTSSACHE 28/81.

Entscheidungsgründe:

1 DIE KOMMISSION HAT MIT KLAGESCHRIFT , DIE AM 18. FEBRUAR 1981 IN DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST , GEMÄSS ARTIKEL 169 EWG-VERTRAG KLAGE ERHOBEN AUF FESTSTELLUNG , DASS DIE ITALIENISCHE REPUBLIK DADURCH GEGEN EINE IHRER VERPFLICHTUNGEN AUS DEM VERTRAG VERSTOSSEN HAT , DASS SIE ES UNTERLASSEN HAT , INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST DIE NOTWENDIGEN BESTIMMUNGEN ZU ERLASSEN , UM DER RICHTLINIE 74/561 DES RATES VOM 12. NOVEMBER 1974 ÜBER DEN ZUGANG ZUM BERUF DES GÜTERKRAFTVERKEHRSUNTERNEHMERS IM INNERSTAATLICHEN UND GRENZUEBERSCHREITENDEN VERKEHR ( ABL. L 308 , S. 18 ) NACHZUKOMMEN.

2 NACH ARTIKEL 7 DER RICHTLINIE 74/561 DES RATES MUSSTEN DIE MITGLIEDSTAATEN DIE NOTWENDIGEN MASSNAHMEN IN KRAFT SETZEN , UM DER RICHTLINIE INNERHALB EINER FRIST , DIE AM 1. JANUAR 1977 ABLIEF , NACHZUKOMMEN.

3 DIE ITALIENISCHE REGIERUNG BESTREITET NICHT , DIESE VERPFLICHTUNG NICHT ERFÜLLT ZU HABEN. SIE FÜHRT AUS , DASS DIE RICHTLINIE ZUM ZWECKE IHRER DURCHFÜHRUNG IN EINEN GESETZENTWURF AUFGENOMMEN WORDEN SEI , DER ZUR ZEIT DER ABGEORDNETENKAMMER ZUR PRÜFUNG VORLIEGE. DIESER ENTWURF SEI ERST AM 12. DEZEMBER 1980 EINGEBRACHT WORDEN , DA ER ZUVOR VON SÄMTLICHEN BETROFFENEN VERWALTUNGEN EINER GRÜNDLICHEN PRÜFUNG UNTERZOGEN WORDEN SEI. DIE ITALIENISCHE REGIERUNG ERKLÄRT , SIE HABE SICH BEI DEN ZUSTÄNDIGEN BEHÖRDEN EINGESCHALTET , UM SIE UM RASCHE BILLIGUNG DES GESETZENTWURFS ZU ERSUCHEN , UND SIE HOFFE , DIESE BILLIGUNG IN KÜRZESTER ZEIT ZU ERHALTEN. NACH ANSICHT DER ITALIENISCHEN REGIERUNG ERGIBT SICH AUS DIESEN AUSFÜHRUNGEN , DASS DER STREITGEGENSTAND IM WESENTLICHEN ALS ERLEDIGT BETRACHTET WERDEN KÖNNE , SO DASS DIE KLAGE GEGENSTANDSLOS GEWORDEN SEI.

4 DIESE UMSTÄNDE KÖNNEN DEN DER ITALIENISCHEN REPUBLIK VORGEWORFENEN VERTRAGSVERSTOSS NICHT BESEITIGEN. NACH STÄNDIGER RECHTSPRECHUNG KANN SICH EIN MITGLIEDSTAAT NICHT AUF BESTIMMUNGEN , ÜBUNGEN ODER UMSTÄNDE SEINER INTERNEN RECHTSORDNUNG BERUFEN , UM DIE NICHTBEACHTUNG DER VERPFLICHTUNGEN AUS DEN GEMEINSCHAFTSRICHTLINIEN ZU RECHTFERTIGEN.

5 DIE ITALIENISCHE REGIERUNG HAT DEN GERICHTSHOF IN DER SITZUNG GEBETEN , IHR EINE VERLÄNGERUNG DER FRIST ZU GEWÄHREN , DIE IHR DIE KOMMISSION NACH ARTIKEL 169 DES VERTRAGES GESETZT HAT , UM DEN VERPFLICHTUNGEN AUS DER FRAGLICHEN RICHTLINIE NACHZUKOMMEN.

6 DIE AUFGABEN DES GERICHTSHOFES IM RAHMEN DES ARTIKELS 169 DES VERTRAGES UMFASSEN VORBEHALTLICH DER KONTROLLE DER RECHTMÄSSIGKEIT DER MIT GRÜNDEN VERSEHENEN STELLUNGNAHME NICHT DIE BEFUGNIS , DIE VON DER KOMMISSION NACH DIESEM ARTIKEL IN DER GENANNTEN STELLUNGNAHME FESTGESETZTE FRIST DURCH EINE ANDERE FRIST ZU ERSETZEN. ES IST - UNTER DEM GLEICHEN VORBEHALT - SACHE DER KOMMISSION ZU BEURTEILEN , OB EINEM DAHIN GEHENDEN ANTRAG EINES MITGLIEDSTAATS STATTGEGEBEN WERDEN SOLL.

7 SOMIT IST FESTZUSTELLEN , DASS DIE ITALIENISCHE REPUBLIK DADURCH GEGEN EINE IHRER VERPFLICHTUNGEN AUS DEM VERTRAG VERSTOSSEN HAT , DASS SIE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST DIE NOTWENDIGEN BESTIMMUNGEN ERLASSEN HAT , UM DER RICHTLINIE 74/561 DES RATES VOM 12. NOVEMBER 1974 NACHZUKOMMEN.

Kostenentscheidung:

8 NACH ARTIKEL 69 PAR 2 DER VERFAHRENSORDNUNG IST DIE UNTERLIEGENDE PARTEI ZUR TRAGUNG DER KOSTEN ZU VERURTEILEN.

9 DA DIE BEKLAGTE UNTERLEGEN IST , SIND IHR DIE KOSTEN AUFZUERLEGEN.

AUS DIESEN GRÜNDEN

Tenor:

HAT

DER GERICHTSHOF

FÜR RECHT ERKANNT UND ENTSCHIEDEN :

1. DIE ITALIENISCHE REPUBLIK HAT DADURCH GEGEN EINE IHRER VERPFLICHTUNGEN AUS DEM VERTRAG VERSTOSSEN , DASS SIE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST DIE NOTWENDIGEN BESTIMMUNGEN ERLASSEN HAT , UM DER RICHTLINIE 74/561 DES RATES VOM 12. NOVEMBER 1974 ÜBER DEN ZUGANG ZUM BERUF DES GÜTERKRAFTVERKEHRSUNTERNEHMERS IM INNERSTAATLICHEN UND GRENZUEBERSCHREITENDEN VERKEHR ( ABL. L 308 , S. 18 ) NACHZUKOMMEN.

2. DIE BEKLAGTE WIRD ZUR TRAGUNG DER KOSTEN VERURTEILT.

Ende der Entscheidung

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