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Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Urteil verkündet am 24.02.1987
Aktenzeichen: 379/85
Rechtsgebiete: Verordnung Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971


Vorschriften:

Verordnung Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971 Art. 4 Abs. 4
Verordnung Nr. 1408/71 Art. 10
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

1. ARTIKEL 4 ABSATZ 4 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 IST DAHIN AUSZULEGEN, DASS ER EINE VON EINEM NATIONALEN SOLIDARITÄTSFONDS GEZAHLTE, AUS STEUERMITTELN FINANZIERTE ERGÄNZUNGSZULAGE, DIE DEN EMPFÄNGERN VON ALTERS -, HINTERBLIEBENEN - ODER INVALIDITÄTSRENTEN GEWÄHRT WIRD, UM IHNEN EIN EXISTENZMINIMUM ZU SICHERN, NICHT VOM SACHLICHEN GELTUNGSBEREICH DIESER VERORDNUNG AUSNIMMT, SOWEIT DIE BETROFFENEN EINEN GESETZLICH GESCHÜTZTEN ANSPRUCH AUF DIESE ZULAGE HABEN.

2. ARTIKEL 10 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 IST DAHIN AUSZULEGEN, DASS WEDER DIE ENTSTEHUNG NOCH DIE AUFRECHTERHALTUNG DES ANSPRUCHS AUF DIE IN DIESER BESTIMMUNG GENANNTEN LEISTUNGEN, RENTEN UND ZULAGEN ALLEIN DESHALB VERNEINT WERDEN KANN, WEIL DER BETROFFENE NICHT IM GEBIET DES MITGLIEDSTAATS WOHNT, IN DEM DER ZUR ZAHLUNG VERPFLICHTETE TRAEGER SEINEN SITZ HAT.


URTEIL DES GERICHTSHOFES (VIERTE KAMMER) VOM 24. FEBRUAR 1987. - CAISSE REGIONALE D'ASSURANCE MALADIE RHONE-ALPES GEGEN ANNA GILETTI. - ERSUCHEN UM VORABENTSCHEIDUNG, VORGELEGT VON DER COUR DE CASSATION. - SOZIALE SICHERHEIT - BEGRIFF DER LEISTUNG DER SOZIALHILFE. - VERBUNDENE RECHTSSACHEN 379, 380, 381/85 UND 93/86.

Entscheidungsgründe:

1 DIE COUR DE CASSATION DER FRANZÖSISCHEN REPUBLIK HAT MIT DREI URTEILEN VOM 21. OKTOBER 1985, BEIM GERICHTSHOF EINGEGANGEN AM 28. NOVEMBER 1985, UND MIT URTEIL VOM 19. MÄRZ 1986, BEIM GERICHTSHOF EINGEGANGEN AM 3. APRIL 1986, GEMÄSS ARTIKEL 177 EWG-VERTRAG IN DEN VIER RECHTSSACHEN ZWEI GLEICHLAUTENDE FRAGEN NACH DER AUSLEGUNG DER ARTIKEL 4 UND 10 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 DES RATES VOM 14. JUNI 1971 ZUR ANWENDUNG DER SYSTEME DER SOZIALEN SICHERHEIT AUF ARBEITNEHMER UND DEREN FAMILIEN, DIE INNERHALB DER GEMEINSCHAFT ZU - UND ABWANDERN ( ABL. L*149, S.*2 ), VORGELEGT.

2 DIESE FRAGEN STELLEN SICH IM RAHMEN VON RECHTSSTREITIGKEITEN ÜBER DIE WEIGERUNG DER ZUSTÄNDIGEN REGIONALEN KASSEN, EMPFÄNGERN VON ALTERS -, HINTERBLIEBENEN - UND INVALIDITÄTSRENTEN, DIE IHREN WOHNSITZ IN ITALIEN GENOMMEN HATTEN, DIE ALS "ALLOCATION SUPPLEMENTAIRE" ( ERGÄNZUNGSZULAGE ) BEZEICHNETE ZULAGE ZU ZAHLEN. NACH FRANZÖSISCHEM RECHT WIRD DIESE ZULAGE EMPFÄNGERN VON ALTERS - UND INVALIDITÄTSLEISTUNGEN GEWÄHRT, DEREN EINKOMMEN UNZUREICHEND IST. SIE WIRD IHNEN JEDOCH ENTZOGEN, WENN SIE AUSSERHALB DES HOHEITSGEBIETS DER FRANZÖSISCHEN REPUBLIK WOHNUNG NEHMEN.

3 WIE SICH AUS DEN AKTEN ERGIBT, WIRD DIE ERGÄNZUNGSZULAGE VOM FONDS NATIONAL DE SOLIDARITE GEWÄHRT, EINER IM JAHRE 1956 GESCHAFFENEN EINRICHTUNG ZUR FÖRDERUNG DES SCHUTZES ÄLTERER PERSONEN, INSBESONDERE DURCH DIE VERBESSERUNG DER PENSIONEN, RENTEN UND ALTERSZULAGEN. DIE ERGÄNZUNGSZULAGE WIRD AUS STEUERMITTELN FINANZIERT. DIE BEDINGUNGEN FÜR IHRE GEWÄHRUNG SIND IM CODE DE LA SECURITE SOCIALE ( GESETZBUCH DER SOZIALEN SICHERHEIT; ARTIKEL L 815-1 FF.) NIEDERGELEGT.

4 IN DEN VORLAGEURTEILEN WIRD DIE ERGÄNZUNGSZULAGE BEZEICHNET ALS EINE "AUS STEUERMITTELN FINANZIERTE SOLIDARITÄTSZULAGE, DIE DAZU BESTIMMT IST, ALLGEMEIN EIN EXISTENZMINIMUM ZU SICHERN, UND DIE NACH MASSGABE DER EINKOMMENSVERHÄLTNISSE DES ANTRAGSTELLERS, ABER UNABHÄNGIG VON SEINER BERUFLICHEN TÄTIGKEIT, ZUSÄTZLICH ZU EINER ANDEREN AUF BEITRAEGEN BERUHENDEN ODER BEITRAGSFREIEN LEISTUNG GEWÄHRT WIRD UND DIE UNTER BESTIMMTEN VORAUSSETZUNGEN AUS DEM NACHLASS DES EMPFÄNGERS ZU ERSTATTEN IST ". DAS NATIONALE GERICHT STELLT SICH DIE FRAGE, OB EINE SOLCHE ZULAGE IN DEN SACHLICHEN GELTUNGSBEREICH DER VERORDNUNG NR. 1408/71, WIE ER IN ARTIKEL 4 DEFINIERT IST, FÄLLT UND OB SIE, FALLS DIES BEJAHT WIRD, FÜR DEN BETROFFENEN, DER DAS GEBIET DES MITGLIEDSTAATS, IN DEM DER ZUR ZAHLUNG VERPFLICHTETE TRAEGER SEINEN SITZ HAT, VERLÄSST ODER DEM DIE ZULAGE NOCH NICHT GEWÄHRT WORDEN IST UND DER IN EINEM ANDEREN MITGLIEDSTAAT WOHNT, EINE LEISTUNG DARSTELLT, AUF DIE ER IM SINNE VON ARTIKEL 10 DER GENANNTEN VERORDNUNG "ANSPRUCH ERWORBEN" HAT.

5 UM ÜBER DIE AUSLEGUNG DER GENANNTEN BESTIMMUNGEN INFORMIERT ZU WERDEN, HAT DIE COUR DE CASSATION DEM GERICHTSHOF FOLGENDE FRAGEN ZUR VORABENTSCHEIDUNG VORGELEGT :

"1 ) FÄLLT EINE ZULAGE WIE DIE ERGÄNZUNGSZULAGE DES FONDS NATIONAL DE SOLIDARITE NACH DEM IX. BUCH DES CODE DE LA SECURITE SOCIALE IN DEN SACHLICHEN GELTUNGSBEREICH DER VERORDNUNG NR. 1408/71 VOM 14. JUNI 1971?

2 ) WELCHE BEDEUTUNG UND TRAGWEITE HAT DER AUSDRUCK 'AUF DIE... ANSPRUCH ERWORBEN WORDEN IST' IN ARTIKEL 10 ABSATZ 1 DIESER VERORDNUNG?"

6 WEGEN DES SACHVERHALTS DER VIER RECHTSSACHEN UND DES INHALTS DER IM SCHRIFTLICHEN VERFAHREN EINGEREICHTEN ERKLÄRUNGEN WIRD AUF DEN SITZUNGSBERICHT VERWIESEN. DER AKTENINHALT WIRD IM FOLGENDEN NUR INSOWEIT WIEDERGEGEBEN, ALS DIE BEGRÜNDUNG DES URTEILS DIES ERFORDERT.

ZUR ERSTEN FRAGE

7 ZUNÄCHST IST DARAUF HINZUWEISEN, DASS DIE VERORDNUNG NR. 1408/71 FÜR DIE RECHTSVORSCHRIFTEN DER MITGLIEDSTAATEN ÜBER DIE SOZIALE SICHERHEIT GILT. GEMÄSS ARTIKEL 4 ABSATZ 2 SIND DIE BEITRAGSFREIEN LEISTUNGEN NICHT VOM ANWENDUNGSBEREICH DER VERORDNUNG AUSGESCHLOSSEN. HIERAUS FOLGT, DASS DIE QUALIFIZIERUNG EINER ZULAGE ALS UNTER DIE VERORDNUNG FALLENDE LEISTUNG DER SOZIALEN SICHERHEIT NICHT VON DER ART DER FINANZIERUNG DIESER ZULAGE ABHÄNGT.

8 WEITER IST FESTZUSTELLEN, DASS DER BEGRIFF DER LEISTUNG GEMÄSS ARTIKEL 1 BUCHSTABE T DER VERORDNUNG DIE "ZUSCHLAEGE, ANPASSUNGSBETRAEGE UND ZULAGEN" EINSCHLIESST. HINGEGEN SIND MASSNAHMEN DER SOZIALHILFE GEMÄSS ARTIKEL 4 ABSATZ 4 VOM ANWENDUNGSBEREICH DER VERORDNUNG AUSGESCHLOSSEN.

9 IN SEINEM URTEIL VOM 9. OKTOBER 1974 IN DER RECHTSSACHE 24/74 ( BIASON, SLG. 1974, 999 ) HAT DER GERICHTSHOF AUSGEFÜHRT, DASS ES ZWAR FÜR DIE ANWENDUNG DER GEMEINSCHAFTSREGELUNG ÜBER DIE SOZIALE SICHERHEIT WÜNSCHENSWERT ERSCHEINEN MAG, DIE GESETZLICHEN SYSTEME EINDEUTIG DANACH ZU UNTERSCHEIDEN, OB SIE DER SOZIALEN SICHERHEIT ODER DER SOZIALHILFE ZUZURECHNEN SIND, DASS ABER NICHT AUSZUSCHLIESSEN IST, DASS NATIONALE RECHTSVORSCHRIFTEN IHREM PERSÖNLICHEN GELTUNGSBEREICH, IHREN ZIELEN UND IHREN EINZELBESTIMMUNGEN NACH BEIDEN RECHTSGEBIETEN GLEICH NAHESTEHEN.

10 DIESE ÜBERLEGUNGEN GELTEN AUCH FÜR DEN VORLIEGENDEN FALL. RECHTSVORSCHRIFTEN WIE DIE, UM DIE ES IN DER VORLAGEFRAGE GEHT, HABEN IN WIRKLICHKEIT EINE DOPPELFUNKTION, DIE EINERSEITS DARIN BESTEHT, BEDÜRFTIGEN PERSONEN EIN EXISTENZMINIMUM ZU SICHERN, UND ANDERERSEITS DARIN, DEN EMPFÄNGERN UNZUREICHENDER LEISTUNGEN DER SOZIALEN SICHERHEIT EINE EINKOMMENSERGÄNZUNG ZU GEWÄHRLEISTEN.

11 SOWEIT SOLCHE RECHTSVORSCHRIFTEN EINEN ANSPRUCH AUF ZUSATZLEISTUNGEN VERLEIHEN, DURCH DIE DIE HÖHE VON RENTEN DER SOZIALEN SICHERHEIT, UNABHÄNGIG VON JEDER BEURTEILUNG DER INDIVIDÜLLEN BEDÜRFTIGKEIT UND VERHÄLTNISSE, DIE FÜR DIE SOZIALHILFE KENNZEICHNEND IST, ERHÖHT WERDEN SOLL, GEHÖREN SIE ZUM SYSTEM DER SOZIALEN SICHERHEIT IM SINNE DER VERORDNUNG NR. 1408/71. DASS SICH EIN UND DASSELBE GESETZ AUCH AUF VERGÜNSTIGUNGEN BEZIEHT, DIE ALS SOLCHE DER SOZIALHILFE QUALIFIZIERT WERDEN KÖNNEN, KANN IM HINBLICK AUF DAS GEMEINSCHAFTSRECHT NICHTS AM EIGENTLICHEN CHARAKTER EINER LEISTUNG, DIE AN EINE INVALIDITÄTS -, ALTERS - ODER HINTERBLIEBENENRENTE, ZU DER SIE AUTOMATISCH HINZUTRITT, GEBUNDEN IST, ALS EINER LEISTUNG DER SOZIALEN SICHERHEIT ÄNDERN.

12 AUF DIE ERSTE FRAGE IST DEMGEMÄSS ZU ANTWORTEN, DASS ARTIKEL 4 ABSATZ 4 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 DAHIN AUSZULEGEN IST, DASS ER EINE VON EINEM NATIONALEN SOLIDARITÄTSFONDS GEZAHLTE, AUS STEUERMITTELN FINANZIERTE ERGÄNZUNGSZULAGE, DIE DEN EMPFÄNGERN VON ALTERS -, HINTERBLIEBENEN - ODER INVALIDITÄTSRENTEN GEWÄHRT WIRD, UM IHNEN EIN EXISTENZMINIMUM ZU SICHERN, NICHT VOM SACHLICHEN GELTUNGSBEREICH DIESER VERORDNUNG AUSNIMMT, SOWEIT DIE BETROFFENEN EINEN GESETZLICH GESCHÜTZTEN ANSPRUCH AUF EINE SOLCHE ZULAGE HABEN.

ZUR ZWEITEN FRAGE

13 GEMÄSS ARTIKEL 10 ABSATZ 1 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 DÜRFEN DIE RENTEN, LEISTUNGEN UND ZULAGEN, AUF DIE NACH DEN RECHTSVORSCHRIFTEN EINES ODER MEHRERER MITGLIEDSTAATEN "ANSPRUCH ERWORBEN WORDEN IST", NICHT DESHALB GEKÜRZT WERDEN, WEIL DER BERECHTIGTE IM GEBIET EINES ANDEREN MITGLIEDSTAATS ALS DES STAATES WOHNT, IN DEM DER ZUR ZAHLUNG VERPFLICHTETE TRAEGER SEINEN SITZ HAT.

14 IN SEINEM URTEIL VOM 7. NOVEMBER 1973 IN DER RECHTSSACHE 51/73 ( SMIEJA, SLG. 1973, 1213 ) HAT DER GERICHTSHOF AUSGEFÜHRT, DASS DIESE VORSCHRIFT DIE FREIZUEGIGKEIT DER ARBEITNEHMER DADURCH FÖRDERN SOLL, DASS DIE BETROFFENEN GEGEN BENACHTEILIGUNGEN GESCHÜTZT WERDEN, DIE SICH AUS DER VERLEGUNG IHRES WOHNSITZES VON EINEM MITGLIEDSTAAT IN EINEN ANDEREN ERGEBEN KÖNNTEN. DIESE ZIELSETZUNG ERFORDERT NACH DEN AUSFÜHRUNGEN DES GERICHTSHOFES, DASS DIESER SCHUTZ AUCH EINE VERGÜNSTIGUNG ERFASST, DIE, OBGLEICH SIE IN EINER SONDERREGELUNG VORGESEHEN IST, AUF EINE ERHÖHUNG DES RENTENBETRAGS HINAUSLÄUFT.

15 GEMÄSS DEM URTEIL VOM 10. JUNI 1982 IN DER RECHTSSACHE 92/81 ( CAMERA, SLG. 1982, 2213 ) BEDEUTET DIES NICHT NUR, DASS DEM BETROFFENEN SEIN ANSPRUCH AUF RENTEN UND ZULAGEN, DIE NACH DEN RECHTSVORSCHRIFTEN EINES ODER MEHRERER MITGLIEDSTAATEN ERWORBEN WORDEN SIND, AUCH NACH VERLEGUNG SEINES WOHNORTES IN EINEN ANDEREN MITGLIEDSTAAT ERHALTEN BLEIBT, SONDERN AUCH, DASS IHM DER ERWERB EINES SOLCHEN ANSPRUCHS NICHT ALLEIN DESHALB VERSAGT WERDEN KANN, WEIL ER NICHT IM HOHEITSGEBIET DES STAATES WOHNT, IN DEM DER VERPFLICHTETE TRAEGER SEINEN SITZ HAT.

16 ARTIKEL 10 ABSATZ 1 VERBIETET ES NÄMLICH DEN ZUSTÄNDIGEN TRAEGERN DER MITGLIEDSTAATEN ALLGEMEIN, LEISTUNGEN, DIE IN DEN ANWENDUNGSBEREICH DER VERORDNUNG FALLEN, ZU KÜRZEN, ZU ÄNDERN, ZUM RUHEN ZU BRINGEN, ZU ENTZIEHEN ODER ZU BESCHLAGNAHMEN, WEIL DER BERECHTIGTE IM GEBIET EINES ANDEREN MITGLIEDSTAATS WOHNT. DIE EINZIGEN AUSNAHMEN VON DIESEM VERBOT SIND DIEJENIGEN, DIE AUSDRÜCKLICH IN DEN GEMEINSCHAFTSVORSCHRIFTEN VORGESEHEN SIND.

17 AUF DIE ZWEITE VORLAGEFRAGE IST DEMGEMÄSS ZU ANTWORTEN, DASS ARTIKEL 10 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 DAHIN AUSZULEGEN IST, DASS WEDER DIE ENTSTEHUNG NOCH DIE AUFRECHTERHALTUNG DES ANSPRUCHS AUF DIE IN DIESER BESTIMMUNG GENANNTEN LEISTUNGEN, RENTEN UND ZULAGEN ALLEIN DESHALB VERNEINT WERDEN KÖNNEN, WEIL DER BETROFFENE NICHT IM GEBIET DES MITGLIEDSTAATS WOHNT, IN DEM DER ZUR ZAHLUNG VERPFLICHTETE TRAEGER SEINEN SITZ HAT.

Kostenentscheidung:

KOSTEN

18 DIE AUSLAGEN DER REGIERUNGEN DER FRANZÖSISCHEN REPUBLIK, DER ITALIENISCHEN REPUBLIK UND DES VEREINIGTEN KÖNIGREICHS GROSSBRITANNIEN UND NORDIRLAND SOWIE DER KOMMISSION, DIE ERKLÄRUNGEN VOR DEM GERICHTSHOF ABGEGEBEN HABEN, SIND NICHT ERSTATTUNGSFÄHIG. FÜR DIE PARTEIEN DES AUSGANGSVERFAHRENS IST DAS VERFAHREN VOR DEM GERICHTSHOF EIN ZWISCHENSTREIT IN DEM VOR DEM INNERSTAATLICHEN GERICHT ANHÄNGIGEN RECHTSSTREIT. DIE KOSTENENTSCHEIDUNG OBLIEGT DAHER DIESEM GERICHT.

Tenor:

AUS DIESEN GRÜNDEN

HAT

DER GERICHTSHOF ( VIERTE KAMMER )

AUF DIE IHM VON DER COUR DE CASSATION DER FRANZÖSISCHEN REPUBLIK MIT URTEILEN VOM 21. OKTOBER 1985 UND VOM 19. MÄRZ 1986 VORGELEGTEN FRAGEN FÜR RECHT ERKANNT :

1 ) ARTIKEL 4 ABSATZ 4 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 DES RATES VOM 14. JUNI 1971 ZUR ANWENDUNG DER SYSTEME DER SOZIALEN SICHERHEIT AUF ARBEITNEHMER UND DEREN FAMILIEN, DIE INNERHALB DER GEMEINSCHAFT ZU - UND ABWANDERN, IST DAHIN AUSZULEGEN, DASS ER EINE VON EINEM NATIONALEN SOLIDARITÄTSFONDS GEZAHLTE, AUS STEUERMITTELN FINANZIERTE ERGÄNZUNGSZULAGE, DIE DEN EMPFÄNGERN VON ALTERS -, HINTERBLIEBENEN - ODER INVALIDITÄTSRENTEN GEWÄHRT WIRD, UM IHNEN EIN EXISTENZMINIMUM ZU SICHERN, NICHT VOM SACHLICHEN GELTUNGSBEREICH DIESER VERORDNUNG AUSNIMMT, SOWEIT DIE BETROFFENEN EINEN GESETZLICH GESCHÜTZTEN ANSPRUCH AUF DIESE ZULAGE HABEN.

2 ) ARTIKEL 10 DER VERORDNUNG NR. 1408/71 IST DAHIN AUSZULEGEN, DASS WEDER DIE ENTSTEHUNG NOCH DIE AUFRECHTERHALTUNG DES ANSPRUCHS AUF DIE IN DIESER BESTIMMUNG GENANNTEN LEISTUNGEN, RENTEN UND ZULAGEN ALLEIN DESHALB VERNEINT WERDEN KÖNNEN, WEIL DER BETROFFENE NICHT IM GEBIET DES MITGLIEDSTAATS WOHNT, IN DEM DER ZUR ZAHLUNG VERPFLICHTETE TRAEGER SEINEN SITZ HAT.

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