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Judicialis Rechtsprechung

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Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Urteil verkündet am 10.03.1987
Aktenzeichen: 386/85
Rechtsgebiete: Richtline 80/124 des Rates vom 22. Januar 1980 zur Änderung der Richtlinie 77/99 zur Regelung gesundheitlicher Fragen beim innergemienschaftlichen Handelsverkehr mit Fleischerzeugnissen, Richtlinie 80/1099 des Rates vom 11. November 1980 zur Änderung der Richtlinie 72/461 hinsichtlich der vesikulären Schweinekrankheit und der klassischen Schweinepest, Richtlinie 80/1100 des Rats vom 11. November 1980 zur Änderung der Richtlinie 80/215 hinsichtlich der vesikulären Schweinekrankheit und der klassischen Schweinepest


Vorschriften:

Richtline 80/124 des Rates vom 22. Januar 1980 zur Änderung der Richtlinie 77/99 zur Regelung gesundheitlicher Fragen beim innergemienschaftlichen Handelsverkehr mit Fleischerzeugnissen Art. 2
Richtlinie 80/1099 des Rates vom 11. November 1980 zur Änderung der Richtlinie 72/461 hinsichtlich der vesikulären Schweinekrankheit und der klassischen Schweinepest Art. 2
Richtlinie 80/1100 des Rats vom 11. November 1980 zur Änderung der Richtlinie 80/215 hinsichtlich der vesikulären Schweinekrankheit und der klassischen Schweinepest Art. 3
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

EIN MITGLIEDSTAAT KANN SICH NICHT AUF BESTIMMUNGEN, ÜBUNGEN ODER UMSTÄNDE SEINER INTERNEN RECHTSORDNUNG BERUFEN, UM DAMIT DIE NICHTBEACHTUNG VON VERPFLICHTUNGEN UND FRISTEN ZU RECHTFERTIGEN, DIE IN DEN RICHTLINIEN FESTGELEGT SIND.

DIE REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN NEHMEN AN DEN VORBEREITENDEN ARBEITEN FÜR DIE RICHTLINIEN TEIL UND MÜSSEN SOMIT IN DER LAGE SEIN, INNERHALB DER FESTGESETZTEN FRIST DEN ENTWURF DER ZU IHRER DURCHFÜHRUNG ERFORDERLICHEN GESETZESTEXTE AUSZUARBEITEN.


URTEIL DES GERICHTSHOFES VOM 10. MAERZ 1987. - KOMMISSION DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN GEGEN ITALIENISCHE REPUBLIK. - VERTRAGSVERLETZUNG - RICHTLINIEN UEBER DEN INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDEL MIT FRISCHFLEISCH UND FLEISCHERZEUGNISSEN - UNTERLASSENE UMSETZUNG. - RECHTSSACHE 386/85.

Entscheidungsgründe:

1 DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN HAT MIT KLAGESCHRIFT, DIE AM 2.*DEZEMBER 1985 BEI DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST, GEMÄSS ARTIKEL 169 EWG-VERTRAG KLAGE ERHOBEN AUF FESTSTELLUNG, DASS DIE ITALIENISCHE REPUBLIK DADURCH GEGEN IHRE VERPFLICHTUNGEN AUS DEM EWG-VERTRAG VERSTOSSEN HAT, DASS SIE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST DIE ERFORDERLICHEN VORSCHRIFTEN ERLASSEN HAT, UM DEN RICHTLINIEN 80/214, 80/1099 UND 80/1100 ÜBER DEN INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDEL MIT FRISCHFLEISCH UND FLEISCHERZEUGNISSEN NACHZUKOMMEN.

2 ES HANDELT SICH UM FOLGENDE RICHTLINIEN :

- RICHTLINIE 80/214 DES RATES VOM 22. JANUAR 1980 ZUR ÄNDERUNG DER RICHTLINIE 77/99 ZUR REGELUNG GESUNDHEITLICHER FRAGEN BEIM INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDELSVERKEHR MIT FLEISCHERZEUGNISSEN ( ABL. L*47, S.*3 ),

- RICHTLINIE 80/1099 DES RATES VOM 11. NOVEMBER 1980 ZUR ÄNDERUNG DER RICHTLINIE 72/461 HINSICHTLICH DER VESIKULÄREN SCHWEINEKRANKHEIT UND DER KLASSISCHEN SCHWEINEPEST ( ABL. L*325, S.*14 ) UND

- RICHTLINIE 80/1100 DES RATES VOM 11. NOVEMBER 1980 ZUR ÄNDERUNG DER RICHTLINIE 80/215 HINSICHTLICH DER VESIKULÄREN SCHWEINEKRANKHEIT UND DER KLASSISCHEN SCHWEINEPEST ( ABL. L*325, S.*16 ).

3 IN ARTIKEL 2 DER RICHTLINIE 80/214 IST VORGESEHEN, DASS DIE MITGLIEDSTAATEN DIE ERFORDERLICHEN RECHTS - UND VERWALTUNGSVORSCHRIFTEN IN KRAFT SETZEN, UM DER RICHTLINIE BIS ZUM 31. DEZEMBER 1980 NACHZUKOMMEN. DIE GLEICHE VERPFLICHTUNG IST IN ARTIKEL 2 DER RICHTLINIE 80/1100 UND IN ARTIKEL 3 DER RICHTLINIE 80/1099 VORGESEHEN, DIE DEN ABLAUF DER FRIST FÜR DEN ERLASS DER ERFORDERLICHEN MASSNAHMEN AUF DEN 1.*JULI 1981 FESTSETZEN UND AUSSERDEM DIE MITGLIEDSTAATEN VERPFLICHTEN, DIE KOMMISSION DAVON UNVERZUEGLICH IN KENNTNIS ZU SETZEN.

4 NACHDEM DIE KOMMISSION VON DER ITALIENISCHEN REGIERUNG KEINERLEI MITTEILUNG ÜBER MASSNAHMEN ZUR UMSETZUNG DER BETREFFENDEN RICHTLINIE ERHALTEN HATTE, SANDTE SIE IHR AM 22. DEZEMBER 1983 EIN MAHNSCHREIBEN ZU UND FORDERTE SIE AUF, STELLUNG ZU NEHMEN. DIE KOMMISSION GAB DANN AM 7.*JUNI 1985 EINE MIT GRÜNDEN VERSEHENE STELLUNGNAHME AB UND ERHOB, ALS SIE VON DER ITALIENISCHEN REGIERUNG AM 23. JULI 1985 DIE MITTEILUNG ERHALTEN HATTE, DIE RICHTLINIEN WÜRDEN ZUR ZEIT DURCH GESETZENTWÜRFE UMGESETZT, DIE VORLIEGENDE KLAGE.

5 WEGEN EINER EINGEHENDEREN DARSTELLUNG DES SACHVERHALTS, DES VERFAHRENS UND DES PARTEIVORBRINGENS WIRD AUF DEN SITZUNGSBERICHT VERWIESEN. DER AKTENINHALT WIRD IM FOLGENDEN NUR INSOWEIT WIEDERGEGEBEN, ALS DIE BEGRÜNDUNG DES URTEILS DIES ERFORDERT.

6 DIE ITALIENISCHE REGIERUNG RÄUMT EIN, IHRE VERPFLICHTUNGEN NICHT ERFÜLLT ZU HABEN. IN DER MÜNDLICHEN VERHANDLUNG HAT SIE AUSGEFÜHRT, DER GESETZENTWURF ZUR UMSETZUNG DER RICHTLINIE 80/1099 WERDE ZUR ZEIT VOM SENAT DER ITALIENISCHEN REPUBLIK GEPRÜFT UND DIESER ENTWURF KÖNNE VERHÄLTNISMÄSSIG KURZFRISTIG VERABSCHIEDET WERDEN, DA DER ZUSTÄNDIGE AUSSCHUSS HIERZU BEREITS BEFÜRWORTEND STELLUNG GENOMMEN HABE. IN BEZUG AUF DIE RICHTLINIEN 80/1100 UND 80/214 BEHAUPTET DIE ITALIENISCHE REGIERUNG ERNEUT, DIE ZU DEREN UMSETZUNG ERFORDERLICHEN VORSCHRIFTEN BEFÄNDEN SICH NOCH IM STADIUM DER VORBEREITUNG UND DIE VERZÖGERUNG BEI IHRER AUSARBEITUNG SEI AUF DIE SCHWIERIGKEIT DER MATERIE UND DIE NOTWENDIGKEIT EINGEHENDER UNTERSUCHUNGEN ZURÜCKZUFÜHREN.

7 NACH STÄNDIGER RECHTSPRECHUNG KANN SICH EIN MITGLIEDSTAAT NICHT AUF BESTIMMUNGEN, ÜBUNGEN ODER UMSTÄNDE SEINER INTERNEN RECHTSORDNUNG BERUFEN, UM DAMIT DIE NICHTBEACHTUNG DER VERPFLICHTUNG UND FRISTEN ZU RECHTFERTIGEN, DIE IN DEN RICHTLINIEN FESTGELEGT SIND.

8 AUSSERDEM NEHMEN, WIE DER GERICHTSHOF IN SEINEM URTEIL VOM 12. OKTOBER 1982 IN DER RECHTSSACHE 136/81 ( KOMMISSION/ITALIENISCHE REPUBLIK, SLG. 1982, 3547 ) FESTGESTELLT HAT, DIE REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN AN DEN VORBEREITENDEN ARBEITEN FÜR DIE RICHTLINIEN TEIL UND MÜSSEN SOMIT IN DER LAGE SEIN, INNERHALB DER FESTGESETZTEN FRIST DEN ENTWURF DER ZU IHRER DURCHFÜHRUNG ERFORDERLICHEN GESETZESTEXTE AUSZUARBEITEN.

9 NACH ALLEM IST FESTZUSTELLEN, DASS DIE ITALIENISCHE REPUBLIK DADURCH GEGEN IHRE VERPFLICHTUNGEN AUS DEM EWG-VERTRAG VERSTOSSEN HAT, DASS SIE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST DIE NOTWENDIGEN VORSCHRIFTEN ERLASSEN HAT, UM DER RICHTLINIE 80/214 DES RATES VOM 22. JANUAR 1980 SOWIE DEN RICHTLINIEN 80/1099 UND 80/1100 DES RATES VOM 11. NOVEMBER 1980 NACHZUKOMMEN.

Kostenentscheidung:

KOSTEN

10 GEMÄSS ARTIKEL 69 PAR *2 DER VERFAHRENSORDNUNG IST DIE UNTERLIEGENDE PARTEI ZUR TRAGUNG DER KOSTEN ZU VERURTEILEN. DA DIE BEKLAGTE MIT IHREM VORBRINGEN UNTERLEGEN IST, SIND IHR DIE KOSTEN AUFZUERLEGEN.

Tenor:

AUS DIESEN GRÜNDEN

HAT

DER GERICHTSHOF

FÜR RECHT ERKANNT UND ENTSCHIEDEN :

1 ) DIE ITALIENISCHE REPUBLIK HAT DADURCH GEGEN IHRE VERPFLICHTUNGEN AUS DEM EWG-VERTRAG VERSTOSSEN, DASS SIE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST DIE NOTWENDIGEN VORSCHRIFTEN ERLASSEN HAT, UM DER RICHTLINIE 80/214 DES RATES VOM 22. JANUAR 1980 SOWIE DEN RICHTLINIEN 80/1099 UND 80/1100 DES RATES VOM 11. NOVEMBER 1980 NACHZUKOMMEN.

2 ) DIE ITALIENISCHE REPUBLIK TRAEGT DIE KOSTEN DES VERFAHRENS.

Ende der Entscheidung

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