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Judicialis Rechtsprechung

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Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Urteil verkündet am 09.04.1987
Aktenzeichen: 5/86
Rechtsgebiete:


Vorschriften:

Diese Entscheidung enthält keinen zur Veröffentlichung bestimmten Leitsatz.
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

URTEIL DES GERICHTSHOFES VOM 9. APRIL 1987. - KOMMISSION DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN GEGEN KOENIGREICH BELGIEN. - NICHTDURCHFUEHRUNG EINER ENTSCHEIDUNG BETREFFEND EINE STAATLICHE BEIHILFE FUER EINEN HERSTELLER VON FASERN UND FAEDEN AUS POLYPROPYLEN. - RECHTSSACHE 5/86.

Entscheidungsgründe:

1 DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT HAT MIT KLAGESCHRIFT, DIE AM 13. JANUAR 1986 BEI DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST, GEMÄSS ARTIKEL 93 ABSATZ 2 UNTERABSATZ 2 EWG-VERTRAG EINE KLAGE AUF FESTSTELLUNG ERHOBEN, DASS DAS KÖNIGREICH BELGIEN DADURCH GEGEN EINE SEINER VERPFLICHTUNGEN AUS DEM EWG-VERTRAG VERSTOSSEN HAT, DASS ES DER ENTSCHEIDUNG 84/508 DER KOMMISSION VOM 27. JUNI 1984 ÜBER DIE EINEM HERSTELLER VON POLYPROPYLEN-FASERN UND POLYPROPYLEN-GARN VON DER BELGISCHEN REGIERUNG GEWÄHRTE BEIHILFE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST NACHGEKOMMEN IST.

2 WEGEN EINER AUSFÜHRLICHEREN DARSTELLUNG DES SACHVERHALTS, DES VERFAHRENSABLAUFS UND DES VORBRINGENS DER PARTEIEN WIRD AUF DEN SITZUNGSBERICHT VERWIESEN. DER AKTENINHALT WIRD IM FOLGENDEN NUR INSOWEIT WIEDERGEGEBEN, ALS DIE BEGRÜNDUNG DES URTEILS DIES ERFORDERT.

3 IN DER STREITIGEN ENTSCHEIDUNG STELLTE DIE KOMMISSION FEST, DASS EINE STAATLICHE BETEILIGUNG IN HÖHE VON 224 MIO BFR AM KAPITAL EINES TOCHTERUNTERNEHMENS, DAS DER GRÖSSTE BELGISCHE TEXTIL - UND TEPPICHKONZERN ZU DEM ZWECK GEGRÜNDET HATTE, EINE PRODUKTIONSANLAGE FÜR POLYPROPYLEN-SPINNFASERN UND POLYPROPYLEN-SPINNFASERGARN ZU ERRICHTEN, EINE MIT DEM GEMEINSAMEN MARKT UNVEREINBARE BEIHILFE IM SINNE VON ARTIKEL 92 EWG-VERTRAG DARSTELLE UND DAHER ABGESCHAFFT WERDEN MÜSSE. DARÜBER HINAUS VERLANGTE DIE KOMMISSION, INNERHALB VON ZWEI MONATEN NACH BEKANNTGABE DIESER ENTSCHEIDUNG ÜBER DIE MASSNAHMEN UNTERRICHTET ZU WERDEN, DIE BELGIEN GETROFFEN HATTE, UM DER ENTSCHEIDUNG NACHZUKOMMEN.

4 DIE ENTSCHEIDUNG WURDE MIT SCHREIBEN VOM 6.*AUGUST 1984 BEKANNTGEGEBEN; SIE IST NICHT MIT EINER NICHTIGKEITSKLAGE ANGEFOCHTEN WORDEN.

5 MIT SCHREIBEN VOM 18. JANUAR 1985 SCHLUG DIE BELGISCHE REGIERUNG VOR, DIE VON IHR GEWÄHRTE BEIHILFE IN EIN AUF 5 ODER 7 JAHRE AUSGEDEHNTES DARLEHEN UMZUWANDELN, DAS VON DEM BETROFFENEN UNTERNEHMEN ZURÜCKZUZAHLEN SEIN SOLLTE, SOWEIT ES DIE WÄHREND DIESES ZEITRAUMS ERZIELTEN GEWINNE ERMÖGLICHTEN. DIE KOMMISSION LEHNTE DIESEN VORSCHLAG IN IHREM SCHREIBEN VOM 26. FEBRUAR 1985 AB. MIT SCHREIBEN VOM 3.*OKTOBER 1985 TEILTE DIE BELGISCHE REGIERUNG DER KOMMISSION MIT, SIE FINDE IN DER SACHE KEINE LÖSUNG, DIE DEN IN DER ENTSCHEIDUNG GESTELLTEN ANFORDERUNGEN ENTSPRECHE. DIE KOMMISSION HAT DAHER DIE VORLIEGENDE KLAGE ERHOBEN.

6 DIE BELGISCHE REGIERUNG HAT VOR DEM GERICHTSHOF EINGERÄUMT, DASS DIE ENTSCHEIDUNG NICHT FRISTGEMÄSS ANGEFOCHTEN WORDEN UND DAMIT BESTANDSKRÄFTIG GEWORDEN SEI. SIE HAT JEDOCH GELTEND GEMACHT, ES SEI IHR DESHALB UNMÖGLICH GEWESEN, DIESER ENTSCHEIDUNG NACHZUKOMMEN, WEIL DIE ERSTATTUNG DER STAATLICHEN BEIHILFE GEGEN DEN GRUNDSATZ DER UNANTASTBARKEIT DES GESELLSCHAFTSKAPITALS VERSTOSSE, DER IM BELGISCHEN GESELLSCHAFTSRECHT ALS SICHERUNG DER ANSPRÜCHE DER GLÄUBIGER VERANKERT SEI, UND DIESE ERSTATTUNG DARÜBER HINAUS UNTER DEN KONKRETEN UMSTÄNDEN PRAKTISCH UNMÖGLICH SEI, WENN MAN NICHT DIE EXISTENZ DES UNTERNEHMENS VERNICHTEN WOLLE.

7 IN IHRER KLAGEBEANTWORTUNG HAT DIE BELGISCHE REGIERUNG JEDOCH FESTGESTELLT, DASS DER GERICHTSHOF INZWISCHEN IM URTEIL VOM 15. JANUAR 1986 ( RECHTSSACHE 52/84, KOMMISSION/KÖNIGREICH BELGIEN, SLG. 1986, 89 ) DIE GLEICHEN ARGUMENTE, DIE SIE IN DER VORLIEGENDEN RECHTSSACHE VORBRINGE, ZURÜCKGEWIESEN HABE. SIE HAT ERKLÄRT, SIE HABE DAHER VERHANDLUNGEN MIT DER KOMMISSION AUFGENOMMEN, UM EINE LÖSUNG FÜR DAS PROBLEM ZU FINDEN.

8 DIE KOMMISSION ERWÄHNT IN IHRER ERWIDERUNG EINE BESPRECHUNG ZWISCHEN IHREN VERTRETERN UND DENEN DER BELGISCHEN REGIERUNG VOM 6.*MÄRZ 1986, DIE NICHT ZU EINER ZUFRIEDENSTELLENDEN LÖSUNG GEFÜHRT HABE.

9 IN IHRER AM 28. MAI 1986 IN DAS REGISTER DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGETRAGENEN GEGENERWIDERUNG TRAEGT DIE BELGISCHE REGIERUNG VOR, DIE "SOCIETE NATIONALE DE RESTRUCTURATION DES SECTEURS NATIONAUX" HABE DEN AUFTRAG ERHALTEN, DIE NÖTIGEN SCHRITTE ZU UNTERNEHMEN, UM DIE RÜCKERSTATTUNG DER BEIHILFE ZU ERREICHEN. AUF EINE FRAGE DES GERICHTSHOFES NACH DEM STAND DER DURCHFÜHRUNG DER ENTSCHEIDUNG HAT DIE BELGISCHE REGIERUNG MIT SCHREIBEN VOM 17. NOVEMBER 1986 ANGEGEBEN, DIE MIT DIESER DURCHFÜHRUNG BETRAUTE STELLE SEI BEI DEN VERHANDLUNGEN AUF BESTIMMTE PROBLEME DES GESELLSCHAFTSRECHTS GESTOSSEN; SIE SEI ABER DER AUFFASSUNG, DASS IN DEN KOMMENDEN MONATEN EINE LÖSUNG GEFUNDEN WERDE.

10 IN DER SITZUNG VOM 26. FEBRUAR 1987 HAT DER VERTRETER DER BELGISCHEN REGIERUNG AUSGEFÜHRT, DIE MEHRHEITSAKTIONÄRE DER BETROFFENEN GESELLSCHAFT HÄTTEN SICH KÜRZLICH DAMIT EINVERSTANDEN ERKLÄRT, DIE BETEILIGUNG DES STAATES AM GESELLSCHAFTSKAPITAL, DIE GEGENSTAND DER ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION SEI, ZURÜCKZUKAUFEN; DER VORGANG MÜSSE NOCH VON DEN BELGISCHEN BEHÖRDEN GENEHMIGT WERDEN.

11 ES IST DARAUF HINZUWEISEN, DASS DIE KLAGE DIE UNTERLASSUNG DES KÖNIGREICHS BELGIEN BETRIFFT, DER ENTSCHEIDUNG INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST NACHZUKOMMEN, UND DASS DER BELGISCHEN REGIERUNG DURCH DIESE ENTSCHEIDUNG, DIE MIT SCHREIBEN VOM 6. AUGUST 1984 BEKANNTGEGEBEN WURDE, AUFGEGEBEN WORDEN IST, DIE KOMMISSION INNERHALB VON ZWEI MONATEN NACH DIESER BEKANNTGABE ÜBER DIE MASSNAHMEN ZU UNTERRRICHTEN, DIE SIE GETROFFEN HAT, UM DER ENTSCHEIDUNG NACHZUKOMMEN. ES IST DAHER FESTZUSTELLEN, DASS DIE ENTSCHEIDUNG NICHT FRISTGEMÄSS DURCHGEFÜHRT WORDEN IST.

12 DARAUS FOLGT, DASS DIE VERTRAGSVERLETZUNG IN DEM SICH AUS DEN KLAGEANTRAEGEN DER KOMMISSION ERGEBENDEN UMFANG FESTZUSTELLEN IST.

Kostenentscheidung:

KOSTEN

13 GEMÄSS ARTIKEL 69 PAR *3 DER VERFAHRENSORDNUNG IST DIE UNTERLIEGENDE PARTEI ZUR TRAGUNG DER KOSTEN ZU VERURTEILEN. DA DER BEKLAGTE MIT SEINEM VORBRINGEN UNTERLEGEN IST, SIND IHM DIE KOSTEN AUFZUERLEGEN.

Tenor:

AUS DIESEN GRÜNDEN

HAT

DER GERICHTSHOF

FÜR RECHT ERKANNT UND ENTSCHIEDEN :

1 ) DAS KÖNIGREICH BELGIEN HAT DADURCH GEGEN EINE SEINER VERPFLICHTUNGEN AUS DEM EWG-VERTRAG VERSTOSSEN, DASS ES DER ENTSCHEIDUNG 84/508 DER KOMMISSION VOM 27. JUNI 1984 ÜBER DIE EINEM HERSTELLER VON POLYPROPYLEN-FASERN UND POLYPROPYLEN-GARN VON DER BELGISCHEN REGIERUNG GEWÄHRTE BEIHILFE NICHT INNERHALB DER VORGESCHRIEBENEN FRIST NACHGEKOMMEN IST.

2 ) DAS KÖNIGREICH BELGIEN TRAEGT DIE KOSTEN DES VERFAHRENS.

Ende der Entscheidung

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