Cookie Consent by FreePrivacyPolicy.com

Judicialis Rechtsprechung

Mit der integrierten Volltextsuche, die vom Suchmaschinenhersteller "Google" zur Verfügung gestellt wird, lassen sich alle Entscheidungen durchsuchen. Dabei können Sie Sonderzeichen und spezielle Wörter verwenden, um genauere Suchergebnisse zu erhalten:

Zurück

Beginn der Entscheidung

Gericht: Europäischer Gerichtshof
Beschluss verkündet am 03.07.1986
Aktenzeichen: 85/86 (1)
Rechtsgebiete: Verfahrensordnung, EWG-Vertrag


Vorschriften:

Verfahrensordnung Art. 91
Verfahrensordnung Art. 38
EWG-Vertrag Art. 180
Diese Entscheidung enthält keinen zur Veröffentlichung bestimmten Leitsatz.
Quelle: Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in L-2925 Luxemburg

BESCHLUSS DES GERICHTSHOFES VOM 3. JULI 1986. - KOMMISSION DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN GEGEN RAT DER GOUVERNEURE DER EUROPAEISCHEN INVESTITIONS BANK. - ZULAESSIGKEIT. - RECHTSSACHE 85/86.

Entscheidungsgründe:

1 DIE KOMMISSION HAT MIT KLAGESCHRIFT , DIE AM 21. MÄRZ 1986 BEI DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST , GEMÄSS ARTIKEL 180 BUCHSTABE B UND 173 EWG-VERTRAG KLAGE AUF AUFHEBUNG DES BESCHLUSSES DES RATES DER GOUVERNEURE DER EUROPÄISCHEN INVESTITIONSBANK VOM 30. DEZEMBER 1985 ÜBER DIE BEHANDLUNG DER SEITENS DER BANK VON DEN GEHÄLTERN UND PENSIONEN DER BANKANGEHÖRIGEN EINBEHALTENEN STEUERN IN DEN BÜCHERN DER BANK ERHOBEN.

2 MIT SCHRIFTSATZ VOM 17. APRIL 1984 , VORGELEGT IM NAMEN DER EUROPÄISCHEN INVESTITIONSBANK , DEREN BEVOLLMÄCHTIGTER VOM PRÄSIDENTEN IHRES DIREKTORIUMS BEAUFTRAGT WORDEN IST , HAT DIE BANK DIE EINREDE DER UNZULÄSSIGKEIT ERHOBEN UND GEMÄSS ARTIKEL 91 DER VERFAHRENSORDNUNG BEANTRAGT , ÜBER DIESE EINREDE VORAB ZU ENTSCHEIDEN. SIE MACHT IN DIESEM ZUSAMMENHANG GELTEND , DIE KLAGESCHRIFT ERFÜLLE EINE IN ARTIKEL 38 PAR 1 DER VERFAHRENSORDNUNG AUFGEFÜHRTE WESENTLICHE VORAUSSETZUNG - DIE BEZEICHNUNG DES BEKLAGTEN - NICHT , DA SIE ALS BEKLAGTEN ' ' DIE EUROPÄISCHE INVESTITIONSBANK ' ' BEZEICHNE , OBWOHL DIE IN ARTIKEL 180 BUCHSTABE B EWG-VERTRAG VORGESEHENE KLAGE RECHTSGÜLTIG NUR GEGEN DEN RAT DER GOUVERNEURE DER BANK ERHOBEN WERDEN KÖNNE , DER DEN ANGEFOCHTENEN BESCHLUSS ERLASSEN HABE.

3 DIE KOMMISSION BEANTRAGT , DIE KLAGE FÜR ZULÄSSIG ZU ERKLÄREN. SIE TRAEGT VOR , SIE HABE IN DER KLAGESCHRIFT DIE JURISTISCHE PERSON ALS BEKLAGTEN BEZEICHNET , ZU DEREN ORGANEN DER RAT DER GOUVERNEURE GEHÖRE. DADURCH SEI JEDOCH KEINE UNGEWISSHEIT ÜBER DEN STREITGEGENSTAND UND ÜBER DEN URHEBER DES ANGEFOCHTENEN BESCHLUSSES HERVORGERUFEN WORDEN , DIE IN DER KLAGESCHRIFT AUSDRÜCKLICH ERWÄHNT SEIEN. DIE VON IHR GEWÄHLTE BEZEICHNUNG SEI AUF DIE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES RECHTSSTREITS ZURÜCKZUFÜHREN UND HABE IN KEINER WEISE DEN INTERESSEN DES BEKLAGTEN GESCHADET.

4 GEMÄSS ARTIKEL 91 PAR 3 DER VERFAHRENSORDNUNG WIRD ÜBER EINEN ANTRAG IM SINNE VON ARTIKEL 91 PAR 1 MÜNDLICH VERHANDELT , SOFERN DER GERICHTSHOF NICHTS ANDERES BESTIMMT. NACH ARTIKEL 91 PAR 4 ENTSCHEIDET DER GERICHTSHOF ÜBER DEN ANTRAG ODER BEHÄLT DIE ENTSCHEIDUNG DEM ENDURTEIL VOR. DER GERICHTSHOF IST IM VORLIEGENDEN FALL DURCH DEN INHALT DER SCHRIFTSÄTZE AUSREICHEND UNTERRICHTET. ES LIEGT IM INTERESSE EINER ORDNUNGSGEMÄSSEN RECHTSPFLEGE , VORAB DEN STREIT ÜBER DIE RICHTIGE BEKLAGTENBEZEICHNUNG ZU BEENDEN. DAHER IST ÜBER DIE EINREDE DER UNZULÄSSIGKEIT OHNE MÜNDLICHE VERHANDLUNG DURCH BESCHLUSS ZU ENTSCHEIDEN.

5 GEMÄSS ARTIKEL 180 BUCHSTABE B EWG-VERTRAG IST DER GERICHTSHOF ZUSTÄNDIG IN STREITSACHEN ÜBER DIE BESCHLÜSSE DES RATES DER GOUVERNEURE DER BANK. DIE ENTSPRECHENDE KLAGE KANN VON JEDEM MITGLIEDSTAAT , DER KOMMISSION ODER DEM VERWALTUNGSRAT DER BANK NACH MASSGABE DES ARTIKELS 173 ERHOBEN WERDEN. WIE SICH AUS DIESER BESTIMMUNG ERGIBT , IST DIE KLAGE GEGEN DEN RAT DER GOUVERNEURE DER BANK ALS ORGAN DER BANK , NICHT ABER GEGEN DIE BANK SELBST ZU ERHEBEN.

6 IM VORLIEGENDEN FALL IST IM RUBRUM DER KLAGESCHRIFT ZWAR DIE BANK ALS BEKLAGTE AUFGEFÜHRT. DIE KLAGESCHRIFT NIMMT JEDOCH AUSDRÜCKLICH AUF ARTIKEL 180 BUCHSTABE B EWG-VERTRAG BEZUG , UND NACH IHREM RUBRUM HAT SIE ' ' DIE AUFHEBUNG DES BESCHLUSSES DES RATES DER GOUVERNEURE DER BANK ' ' ZUM ZIEL. AUFGRUND DIESER ANGABEN LÄSST SICH UNMISSVERSTÄNDLICH FESTSTELLEN , DASS DIE KLAGE GEGEN DEN RAT DER GOUVERNEURE ALS DAS BETROFFENE ORGAN DER BANK GERICHTET IST UND DASS DIE KLAGESCHRIFT DEN ANFORDERUNGEN DES ARTIKELS 38 PAR 1 DER VERFAHRENSORDNUNG GENÜGT.

7 DIE KLAGE IST SOMIT FÜR ZULÄSSIG ZU ERKLÄREN. DIE ENTSCHEIDUNG ÜBER DIE KOSTEN IST VORZUBEHALTEN.

Tenor:

AUS DIESEN GRÜNDEN

HAT

DER GERICHTSHOF

BESCHLOSSEN :

1 ) DIE KLAGE WIRD FÜR ZULÄSSIG ERKLÄRT.

2 ) DIE KOSTENENTSCHEIDUNG BLEIBT VORBEHALTEN.

Ende der Entscheidung

Zurück